Tätigkeitsbericht
des Sprechers des VAfK Karlsruhe für den Berichtszeitraum
vom 22.11.2007 bis 20.11.2008
Dies ist nun schon der 7. Tätigkeitsbericht, mit dem ich euch
– der Gruppen- bzw. der Vereinsöffentlichkeit – Rechenschaft
ablege über das, was die Abläufe innerhalb des VAfK Karlsruhe
im vergangenen Jahr prägte.
Und jedes Mal konnte ich von einer Aufwärtsentwicklung berichten
und neue Marksteine benennen.
Am Ende des 7. Jahres nach Gründung der Gruppe und im 2. Jahr
der Geschichte als selbstständiger e.V. kann ich feststellen, dass
wir nicht nur eine erfreuliche Weiterentwicklung hinter uns haben, sondern
dass wir auf mehreren Ebenen eine steile Performance präsentierten:
- die Ausrichtung des 1. VÄTERKONGRESSES ist auch
in internationalem Maßstab ein Meilenstein, hat alle unsere
Leistungsfähigkeit gefordert und auch erwiesen
- unsere Mitwirkung beim Wolfsperger-Film „Der
Entsorgte Vater“ bedeutet die Erfüllung eines Traumes,
der vor wenigen Jahren noch nicht möglich schien
- wenn die Mitgliederzahl Ende des Sommers 2007 die
100er-Grenze überschritt, sind wir heute bei etwa 140 Mitgliedern,
was eine sprunghafte Erweiterung bedeutet
- mit dem VÄTERKONGRESS und der KUNDGEBUNG zum
Tag der Menschenrechte richten wir zwei Veranstaltungen von überregionaler
Bedeutung aus
- unsere Homepage war jahrelang unser größtes
Sorgekind und hat inzwischen Dank des unermüdlichen Einsatzes
von Henning einen Stand erreicht, der unserer Arbeit auch gerecht
zu werden beginnt
- unsere Gruppe wird bundesweit für ihre Aufstellung
und ihre Arbeit gelobt und hat eine besondere Bedeutung erlangt
- die Gruppe lebt – abzulesen bei unseren wöchentlichen
Treffen und in den Diskussionen in der Mailrunde
Zur Verifizierung dieser summarischen Einschätzung zunächst
einige Zahlen:
- Mit etwa 140 Mitgliedern gehören wir zu den größten
VAfK-Gruppen der Bundesrepublik.
- Im Berichtszeitraum hatten wir etwa 50 Gruppentreffen
in Karlsruhe mit einem Schnitt von 14 Anwesenden. Wir haben die Unterteilung
in Beratungstreffen und Gruppentreffen inzwischen weitgehend aufgegeben,
weil nie vorher gesagt werden kann, wann Neufälle zu uns finden
und wir den Anspruch haben, zeitnah helfen zu können.
- Während sich im Kalenderjahr 2007 125 Beratungssuchende
bei uns meldeten, sind wir mit dem Stand von heute bei 119 Neufällen.
Die damit verbundenen Beratungs- und Betreuungsleistungen sind so
groß, dass sie unsere Kapazitäten eigentlich überschreiten,
was nur durch einen Einsatz der ehrenamtlich Beratenden ausgeglichen
werden kann, der zumindest in meinem privaten Fall das Maß einer
hauptamtlichen Vollbeschäftigung einnimmt.
Beratungsaufwand
Die Betreuung und Einbindung von Neufällen läuft seit Jahren
unter Einsatz einer dafür entwickelten Infrastruktur zeitnah und
reibungslos. Die Kontaktanbahnung und die Erstberatung wird meist von
mir übernommen. Nach dem ersten Erscheinen bei einem unserer Treffen
stehen aber inzwischen eine ganze Reihe von Beratenden und Unterstützenden
zur Verfügung. Eingebunden ist hauptsächlich der gesamte Vorstand
und einzelne Mitglieder der Aktivenrunde.
Zur Zeit haben wir statistisch jeden dritten Tag einen Neufall. Oft
wird nach einer Erstberatung ein ganzes Paket von ehrenamtlich erbrachten
Leistungen abgefragt, von der Hilfe bei Schriftsätzen, der Begleitung
zu Ämtern, der Formulierung von Anträgen bis zur Stellung
von Beiständen vor Gericht.
Wenn man berücksichtigt, dass zu den etwa 125 Neufällen pro
Jahr noch ein enormer Aufwand von Leistungen für unsere oft viele
Jahre akuten Altfälle hinzu kommt, wird deutlich, dass wir im VAfK
Karlsruhe ohne jegliche öffentliche Förderung einen Leistungsumfang
erbringen, der von anderen Beratungseinrichtungen nur mit Hilfe von
zig-Tausenden Euro an Steuergeldern jährlich ermöglicht wird.
Beistandstätigkeit
Statistisch mindestens 1 Mal pro Monat stellen wir einen Beistand für
familienrechtliche und damit zusammenhängende zivilrechtliche und
strafrechtliche Verfahren vor Gerichten. Ähnlich oft begleiten
wir Elternteile zu Gesprächen beim Jugendamt.
Wir konnten dadurch überwiegend für uns und unsere Vorgehensweise
werben und werden zunehmend anerkannt.
Es gibt auch ab und zu Richterinnen und Richter, die unsere Arbeit
schätzen und den Kontakt, unsere Mitwirkung und die Aussprache
suchen.
Gespräche offiziellen Charakters:
- 30.11.2007, Kontaktgespräch mit einem Redakteur des SWR
- 31.01.2008, Kontaktgespräch mit JA und ASD Baden-Baden
- 12.03.2008, Kontaktgespräch beim Gunzenbachhof in Baden-Baden
- 19.03.2008, Kontaktgespräch mit JA Baden-Baden
- 10.04.2008, Runder Tisch im Landratsamt Karlsruhe, Schulbehörde
- 23.04.2008, Treffen zum Karlsruher Weg im Landratsamt Karlsruhe
- 24.04.2008, Runder Tisch in einer Schule, Ettlingen
- 04.06.2008, Jahrestagung des „Bündnis für Familie“
im Rathaus Karlsruhe
- 23.06.2008, Treffen für die Herbsttagung der IDFAG im Diakon.
Werk
- 04.04.2008, Frühjahrstagung der IDFAG Trennung und Scheidung
Karlsruhe
- 17.04.2008, Kontaktgespräch mit „Die Brücke“,
Karlsruhe
- 14.11.2008, Herbsttagung der IDFAG in Karlsruhe (nicht selbst teilgenommen)
Es zeigte sich, dass nicht so viele Gespräche mit anderen Institutionen
oder mit Vertretern der Politik geführt werden konnten wie in den
Vorjahren, was hauptsächlich der enormen Bindung an die zu leistenden
Arbeiten für den VÄTERKONGRESS und den Wolfsperger-Film geschuldet
werden muss.
Eigene Veranstaltungen des VAfK-Karlsruhe:
- 09.12.2007 - Kundgebung in der Innenstadt zum Tag
der Menschenrechte
- Vier Stände „Väterliche Weihnachtsgrüße“
in der Innenstadt an allen Samstagen im Advent
- Vätertreff am Heiligabend 2007 in Bad Rotenfels
- 02.-04.05.2008, 1. VÄTERKONGRESS in Karlsruhe
- 16.07.2008, Konzert mit Michael Pfennig, Afterwork-Party
des VAfK in der Kleingartenanlage Beiertheim beim Albtalbahnhof
- 19.07. + 20.07.2008, Stand des VAfK Ka beim FEST,
mit Ballonfahrt am 20.07.2008
- 18.-19.10.2008, Landesmitgliedertreffen im NFH Bruchsal
Der VÄTERKONGRESS
nimmt eine Sonderstellung in dieser Reihe der von uns organisierten
Veranstaltungen ein.
Ich bitte die Leiterin des Tagungsbüros, unsere Schriftführerin
und Vorstandsmitglied Angela Hoffmeyer im Anschluss an meinen Vortrag
eine kurze Bilanz vorzustellen.
Unserer Präsenz mit einem Stand beim FEST in der Günter-Klotz-Anlage
wurde in diesem Jahr durch ein – im wahrsten Wortsinn –
Highlight gekrönt. Zu meinem 60. Geburtstag bekam ich von der Freundesrunde
im Verein eine Ballonfahrt geschenkt, die wir auf den Sonntag während
dieser Präsenz beim FEST legen konnten. Einige Mitglieder ließen
es sich nicht nehmen, die Fahrt mit zu genießen, was zu einem
besonderen Ereignis wurde.
Ich bedanke mich herzlich bei allen, die dieses ermöglicht haben!
Sonstige Veranstaltungen des VAfK, bei denen wir präsent waren:
- Vier Landeskonferenzen des Landesverbandes BW
- 22. + 23.02.2008, Bundesmitgliederversammlung in Hannover
- 05.10.2008 Bundeskoordinationstreffen in Fulda
- 13. – 15.06.2008, Zentrale DEMO des VAfK in
Berlin
- 04.10.2008, DEMO in Fulda
Teilnahme an fremden Veranstaltungen:
- 08.12.2007, Seminar in Mainz „Wenn Männer
nicht mehr Väter werden wollen“
- 06.02.2008, Informationsabend zum neuen Unterhaltsrecht
im Jubez Ka (Referentin Rünzi)
- 15.06.2008, Podiumsdiskussion in Berlin zum Thema
„Neue Väter“ (mit Gesterkamp)
- 18.09.2008, Vortrag von Prof. Petri in Frankfurt
- 30.10.2008, Vortrag von Th. Gesterkamp in Biberach
- 01.11.2008, Vortrag von Dr. Bruno Köhler in Biberach
Medienarbeit:
- 08.02.2008, Aufnahme Studiodiskussion zum neuen Unterhaltsrecht,
SWR 2, Forum, Sendung am 15.02.08, 17.05 – 17.50 Uhr)
- Zwei Studiodiskussionen mit dem SWR und dem Bayrischen
Rundfunk und ein Fernsehinterview anlässlich des VÄTERKONGRESSES
- Mitwirkung beim Kinofilm „Der Entsorgte Vater“
von Douglas Wolfsperger. In diesem Kontext hatte ich sechs Drehtage.
Nach der Fertigstellung war ich bei den Biberacher Filmfestspielen
und nahm nach zwei Aufführungen an den Diskussionen mit dem Publikum
teil.
Auch hier zeigt sich, dass die beiden Großprojekte VÄTERKONGRESS
und Wolfsperger-Film so viel Zeit erforderten, dass die Vielzahl der
Kontakte darunter leiden musste. Dafür war die Intensität
dieser beiden Projekte natürlich von bedeutend höherer Tragweite.
Von einem Projekt wie dem Dokumentarfilm von Douglas Wolfsperger konnten
wir vor wenigen Jahren nur träumen. Dass unser Thema überhaupt
mediale Beachtung finden kann, war bis vor etwa drei Jahren unsere große
Sorge. Und dass sich einer der bedeutenden deutschen Filmemacher für
das Thema interessiert, ist einerseits Glückssache, ein Zufall
– Douglas ist selbst betroffener Trennungsvater – andererseits
die Konsequenz unermüdlicher Öffentlichkeitsarbeit. Das Problem
ist auch deshalb vom radikalfeministischen Mainstream nicht mehr zu
verdecken, weil inzwischen zu viele Männer quer durch alle Gesellschaftsschichten
betroffen sind.
Mein früher Entschluss schon vor Drehbeginn im Frühsommer
2007, Douglas zu vertrauen und seine Vorgaben anzunehmen, habt sich
als richtig erwiesen. Es ist ein guter Film geworden. Jetzt geht es
darum, Verleiher zu motivieren, den Film ins Programm aufzunehmen.
Im Frühjahr 2009 erfolgt der Kinostart. Wir werden hier in Karlsruhe
sicher eine Party feiern und dazu beitragen, dass der Film ins Gespräch
kommt.
Homepage
Schon im letzten Jahr konnte ich von den Fortschritten berichten, die
unsere Homepage nach Jahren unbefriedigender Lösungen gemacht hat.
Inzwischen können wir uns mit unserer Arbeit in unserer Webpräsenz
wiederfinden.
Es ist aber wie bei vielen anderen komplexen Projekten so, dass wir
immer mehr erkennen, was sich noch grundsätzlich ändern muss,
um all das zu realisieren, was wir in Planung haben.
Henning Riepen, dessen persönlichem Einsatz wir den derzeitigen
Fortschritt der Homepage verdanken, ist derzeit dabei, mit anderen kompetenten
Mitarbeitern zu erarbeiten, wie wir die Technik unserer Homepage noch
effizienter gestalten können. Wir sind alle gespannt auf die Ergebnisse.
Weiterentwicklung
Bisher haben wir aus programmatischen und aus pragmatischen Erwägungen
das Thema „Unterhalt“ weitgehend ausgeklammert und –
falls das nötig wurde – auf den ISUV verwiesen. Inzwischen
haben unsere Mitglieder erkennen lassen, dass ihre Vatersituation immer
untrennbar mit dem Thema Unterhalt verknüpft ist und dass wir nicht
so tun könnten, als ob es möglich wäre, dieses Thema
zu umgehen.
Wenn wir unsere Mitglieder in ihrer Befindlichkeit ernst nehmen wollen,
müssen wir in Zukunft für die Behandlung des Komplexes Unterhalt
eine eigene gestaltende Vorgehensweise entwickeln.
Wir müssen uns dafür Kompetenzen erwerben, was wohl nur über
eine Person oder eine Arbeitsgruppe möglich ist, die sich diesem
Thema in allen Aspekten ausführlich widmet.
Auch das Thema „Häusliche Gewalt“ muss als Sonderthema
mit einer professionelleren Vorgehensweise mit eigenen Fachberatern
behandelt werden.
Gerade unsere Gruppe ist wohl gut geeignet, zum Thema „Häusliche
Gewalt“ und „Vorwurf des Sexuellen Missbrauches“ eine
Umfrage zu entwickeln und durchzuführen, wie das die Berliner Gruppe
zum Thema „Sorgerecht für nicht eheliche Väter“
gemacht hat.
Auch dazu brauchen wir eine Arbeitsgruppe, die außer mit erfahrenen
Beratern mit Datenbankspezialisten besetzt ist.
Inzwischen ist auch angedacht, die Datenaufnahme für die Fallsammlung
digital so aufzubereiten, dass sie als Fundus für vielfältige
Auswertung dienen kann.
Mit jedem dieser Punkte betreten wir Neuland und würden uns in
besonderer Weise profilieren.
Dank
Zum Schluss möchte ich allen Aktiven Mitstreiterinnen und Mitstreitern,
allen aktiven Gestaltern und besonders meinen Freuden im erweiterten
Vorstand, Angela, Peter, Reinhard und Henning, für den Einsatz
für unsere gemeinsame Sache ganz besonders danken.
Ich wünsche mir, dass die im letzten Jahr gezeigte Leistungsbereitschaft
und Leistungsfähigkeit nachhaltig weiter wirkt.
20.11.2008, Franzjörg Krieg
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