
Das Veranstalterteam hat am Wochenende nicht nur einen großen Erfolg für seine unermüdliche Vorarbeit geerntet, sondern wurden zudem mit einigem Glück belohnt:
Ein herrliches Wetter, 120 Teilnehmer, eine gute Atmosphäre und eine überraschende Medienresonanz.
Oft ein weiter Weg zueinander: Vater und Kind Foto: dpa
Sie wollen die eigenen Kinder prägen und sind doch oft nur Zahl-Väter. Trennen sich Eltern, wird auch der Mann schnell zum Opfer. Jetzt organisieren die Erzeuger ihren Widerstand, berichtet Tilman Steffen. [mehr lesen]
Der erste bundesweite Väterkongress will ab Samstag in Karlsruhe Strategien suchen, um die Position der Väter in der Familienpolitik zu stärken. [mehr lesen]
Ein Vater wickelt seinen zweijährigen Sohn (Bild: AP)
Matthias Franz zur Rolle der Väter
Moderation: Frank Meyer
Der Psychoanalytiker Matthias Franz hat auf die Bedeutung der Väter in der Familienpolitik hingewiesen. Der Vater ist deshalb wichtig, weil hier nach "Urvertrauen und Autonomieentwicklung die Konsolidierung der sexuellen Identität erfolgt", sagte Franz anlässlich des ersten "Väter-Kongresses". [mehr lesen]
04.05.2008
Kategorie: Gesellschaft Von maennersache
An historischer Stätte, an der schon Sepp Herber ("Der gute
geist von Schöneck") seine Mannen auf das "Wunder von Bern"
vorbereitete, zeichnete sich schon an den ersten beiden Tagen ab, dass es
sich mit dem ersten bundesdeutschen Väterkongress des VafK um ein historisches
Wochenende gehandelt haben wird, das wohl einen Paradigmen-Wechsel in Deutschland eingeläutet haben wird.
Jeder, der dabei war, wird wohl irgendwann stolz darauf zurückblicken
mit den Worten: "Und ich bin dabei gewesen."(...) [mehr
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GESELLSCHAFT. Die Abwesenheit der Väter und die Feminisierung
der Welt führt Jungen in die Irre. Ein Kongress sucht Lösungen(...)
(...)Die rund 120 Teilnehmer wollten nach Strategien suchen, wie die Position
der Väter in der Familienpolitik gestärkt werden könne. Zudem
ging es auch darum, welche Folgen eine erzwungene "Vaterlosigkeit"
für die Entwicklung von Kindern habe. "Der Kongress hat eine Signalwirkung,
und das zu einem historisch bedeutenden Zeitpunkt", betonte Franzjörg
Krieg vom Verband "Väteraufbruch für Kinder" (VAfK). So
seien familiäre Hilfen in den letzten Jahrzehnten von einer Mentalität
geprägt gewesen, die Frauen fördere. Mittlerweile sei dies "zu
einer Doktrin geworden, deren schädliche Auswirkungen inzwischen in Teilbereichen
auch von der Politik erkannt wurden".
Signale, wie sie in den vergangenen Monaten vom Bundesgerichtshof und vom Bundesverfassungsgericht kamen, schienen noch vor wenigen Jahren unmöglich. Als Beispiel nannte Krieg das neue Recht von Männern, wissen zu dürfen, ob sie tatsächlich Vater eines Kindes sind oder nicht. Kritisiert wurde von einigen Kongressteilnehmern der "katastrophale Männermangel" an Kindertagesstätten und Grundschulen. Dies und der fehlende Vater, der aufgrund von Trennung, Scheidung oder beruflichen Umständen nicht bei den Kindern sei, führten zu erhöhten psychosozialen Risiken, so die Wissenschaftler(...) [mehr lesen]
Vater und Sohn (AP)
(...)Am Wochenende hielt die Väterlobbyorganisation "Väteraufbruch
für Kinder" (VAfK) in Karlsruhe ihren ersten Bundeskongress gegen
die "erzwungene Vaterlosigkeit" ab. Der Generationenforscher Gerhard
Amendt kritisierte die "feministische Alleinerziehungspolitik",
der Mediziner Matthias Franz warnte davor, dass das Risiko, drogenabhängig
zu werden oder Suizid zu begehen, für vaterlos aufgewachsene Kinder doppelt
so hoch sei wie für Kinder, die von beiden Eltern erzogen wurden.(...)
(...)Franzjörg Krieg, will es nicht länger den Frauen allein überlassen
zu definieren, was Gleichstellungspolitik ist: "Wir sind keine Maskulinisten,
die sich über den Geschlechterkampf definieren. Unser Ziel ist das gemeinsame
Sorgerecht von beiden Eltern für die Kinder." Im Familienministerium
und in der gesellschaftlichen Diskussion werde den Vätern immer noch
eine "Teilhabe an der Familienpolitik" verweigert. "Wir
wollen uns nicht länger von Frauen vordenken lassen, welches Selbstverständnis
wir als Männer haben sollten", sagt Krieg (...)
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Karlsruhe (ivo). Was Frauen schon hinter sich haben, beanspruchen jetzt
manche Männer für sich. Sie wollen Emanzipation im Familienverbund.
Der Verein ""Väteraufbruch für Kinder" hat beim
ersten bundesweiten Väterkongress in Karlsruhe eine Familienpolitik gefordert,
die Scheidungskindern ein Recht auf beide Elternteile gibt – und Vätern
mehr Rechte einräumt. Als reine Selbsthilfegruppe wurde der Verein "Väteraufbruch
für Kinder", kurz VAfK, 1989 gegründet. Hier sollten Männer,
die durch Trennung von ihrer Partnerin auch von ihren Kindern getrennt worden
waren, Ansprechpartner und Hilfe finden. Inzwischen versteht sich die Organisation,
der bundesweit rund 3 000 Mitglieder angehören, als "ein Familienverband,
der ein positives Vatersein definiert" und der Plattform zur Darstellung
des Selbstverständnisses von Vätern sein will. 120 Teilnehmer –
unter ihnen ein Dutzend Frauen – nutzten den ersten Väterkongress
in Karlsruhe dazu, ihre Vorstellungen von zukunftsgerechter Familienpolitik
zu formulieren.
"Wir müssen die Rolle der Väter in der allgemeinen Familienpolitik
stärken", fordert Rainer Sonnenberger aus Berlin, Sprecher des
Bundesverbandes des VAfK. Der bietet individuelle Betreuung betroffener Trennungsväter
und verrichtet wichtige Lobbyarbeit in Familienpolitik und Gesetzgebung. "Es
gibt viele gute Ideen, wie sich Väter verstärkt um ihre Kindern
kümmern können, aber dazu müssen uns Politik und Wirtschaft
die Chance geben", macht Franzjörg Krieg, Sprecher der regionalen
Karlsruher Gruppe deutlich. Info:www.vafk.de
Der erste Väterkongress fordert eine neue Familienpolitik
Ändern müssen sich vor allem die Männer
"Es gibt Signale, dass die Spitze der väterfeindlichen Entwicklung
überschritten ist und die spüren wir recht deutlich." So Franzjörg
Krieg, der im Verein "Väteraufbruch für Kinder"(VAfK)
die seit 2001 bestehende Kreisgruppe Karlsruhe leitet. Um die Auswirkungen
dieser "Signale" – gemeint ist damit unter anderem das BVG-Urteil,
das so genannten "Kuckucksvätern" bei Vaterschaftstests mehr
Rechte einräumt – zu diskutieren, hatte Krieg für seinen Bundesverband
den ersten Väterkongress organisiert. Über 120 Betroffene aus ganz
Deutschland trafen sich am Wochenende in der Sportschule Schöneck, um
bei Vorträgen und Workshops sich über die Möglichkeiten der
"Familienpolitik mit Vätern" – so der Tagungstitel –
auszusprechen.
Ehedem als Selbsthilfegruppe für scheidungsgeschädigte Väter
gegründet, hat sich das Selbstverständnis des Verbandes, der bundesweit
etwa 3000 Mitglieder zählt, inzwischen gewandelt. "Wir sind keine
Lobbyorganisation für Trennungsväter", so Franzjörg Krieg,
"sondern wir kämpfen für den Erhalt familiärer Bindungen
auch nach der Trennung". Somit sei der VafK die einzige bundesweit vertretene
Organisation, die sich für diese Ziele einsetzt. Wobei dies nicht nur
ein reines Männerproblem ist: "Zu uns finden auch viele ausgegrenzte
Mütter, wenn das Kind hauptsächlich beim Vater lebt und dieser sich
genau so als "Kinderbesitzer" gebärdet, wie dies sonst bestimmte
Mütter zu tun pflegen." Und es gebe auch eine beachtliche Zahl von
Großeltern, die ihre Enkel nicht mehr sehen können.
Den größten Nachholbedarf im Hinblick auf eine Verbesserung sieht
der Verband bei der Familienpolitik der Bundesregierung und der aktuellen
Rechtssprechung. Derzeit wird im Regelfall das Sorgerecht an die Mutter vergeben.
Krieg fordert dagegen eine gemeinsame Lösung: "Jedes Kind hat das
Grundrecht, durch beide Elternteile umsorgt zu werden."
Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, sieht Rainer Sonnenberger vom Bundesvorstand
des VfaK im so genannten "Wechselmodell": "In anderen europäischen
Ländern ist das schon längst gängige Praxis, dass Kinder nach
der Trennung jeweils einen Teil der Woche bei einem Partner verbringen und
dieser sich in dieser Zeit beruflich darauf einstellt.
Bei uns ist dieser Ansatz noch nicht einmal Thema der Expertenanhörung
beim Justizministerium – und die wurde ohnehin elegant auf die nächste
Legislaturperiode verschoben." Allerdings gibt es in Deutschland, nach
Ansicht Sonnenbergers in der EU familienpolitisches Schlusslicht, hohe Hürden:
"Modelle für Väter, die einen Teilzeitjob ausüben wollen,
sind kaum vorhanden. Zudem werden die unterhaltspflichtigen Väter durch
die Rechtssprechung gerade dazu verdonnert, soviel wie möglich zu verdienen."
Um eine neue familienpolitische Ordnung zu erreichen, genügen nicht nur
Gesetzesänderungen, es muss auch ein Umdenken in der Gesellschaft erfolgen.
Das weiß auch Franzjörg Krieg: "Frauen und Mütter haben
über Jahrzehnte Milliarden an Fördermitteln erhalten. Männern
und Vätern wurden diese Mittel verwehrt." Dazu seien alle Beratungsinstitutionen
"frauenorientiert und mütterzentriert".
Ändern müssten sich in erster Linie, so das Hauptanliegen des Kongresses,
die Männer selbst. Wenn sie in einer Beziehung ihre Vaterrolle einfordern,
dann muss es – auch zum Wohle der Kinder – möglicherweise
nicht zur Trennung kommen. Heinz Klusch
Fotogalerie auf unserer Homepage. [ansehen]
Auf der Homepage von Väteraufbruch für Kinder,
Kreisgruppe Schwarzwald-Baar-Heuberg
www.vafk-sbh.de
05.05.2008
MDR-Figaro: Interview mit dem VAfK Bundesvorstandsmitglied Dietmar Nikolai
WEBEL [
anhören ]
http://193.41.254.110/Radio/Fremdsendungen/MDR_1Vaeterkongress.mp3
(Dauer 9:47 min)
15.05.08

Bericht vom 1. Väterkongress in Karlsruhe
Gäste sind die Referenten:
Dr. Johannes Berchtold - Leiter der männerpolitischen
Grundsatzabteilung im österreichischen Bundesministerium für Soziales
und Konsumentenschutz, Wien
Prof. Dr. med. Matthias Franz - Universität Düsseldorf
Thomas Mörsberger - Deutsches Institut für Jugendhilfe
und Familienrecht
Dr. Bruno Köhler - Verein MANNdat
sowie Arbeitsgruppenleiter und diverse Kongressteilnehmer.
Moderiert vom VAfK Bundesvorstandsmitglied Dietmar Nikolai
WEBEL [
anhören ]
http://193.41.254.110/Radio/2008/vr05-08.mp3
(Dauer 51:46 min)
Vom Sender SWR 3 gab es bis vor Kurzem einen Livemitschnitt der Nachrichtensendung über den Väterkongress als Podcast zu sehen. Leider ist er vorübergehend nicht mehr erreichbar.