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Udo G., 10.07.1967 – 22.01.2008

Er hinterläßt drei Kinder bei der von ihm seit 2002 geschiedenen Mutter

Udo meldete sich Anfang 2005 bei uns:
"Mein Name ist Udo und ich wende mich an Sie, weil ich Hilfe brauche. Es geht um den Umgang mit meinen Kindern…"
Er endete mit dem Satz:
"Was kann ich tun? Wie kann ich das Wohl der Kinder wieder in den Vordergrund rücken?"

Udo wurde von uns beraten und bekam seine Situation so in den Griff, dass wir rund zwei Jahre lang wenig von ihm hörten.
Am 29.11.2007 kam er zu uns zu einem persönlichen Beratungstermin. Seine Situation als Trennungsvater hatte aus seiner Sicht eine Eskalation erfahren.
In einem Brief vom November 2007 an die Mutter der Kinder entwarf er das Szenario eines Unfalltodes und beschäftigte sich mit der Situation nach einem solchen Ereignis.

Er meinte in diesem Brief auch:
"Erwachsene stellen sich irgendwann einmal Fragen zu Ihrer Kindheit, vor allen Dingen dann, wenn die Ereignisse der Kindheit im Erwachsenenalter nachwirken, wie bei N.N., der sich irgendwann gezwungen sah, sich mit seinen für ihn selbst unerklärlichen Suizidneigungen auseinander zu setzen. Dass die derzeitige und bisherige Situation auch Spätfolgen für die Kinder haben kann, habe ich Euch schon oft nahe gelegt. Auch durch Texte, zum Beispiel über PAS, die allesamt belächelt und nicht ernst genommen wurden."

Udo wurde 40 Jahre alt.


Zitate aus den ersten Reaktionen in unserer Gruppe nach der Todesnachricht:

"Wir müssen einmal wieder erkennen, wie endlich Lebenszeit im allgemeinen und gemeinsame Lebenszeit von Kindern mit ihren Eltern im Besonderen ist. Deshalb muss damit gerechnet werden, dass der Verlust solch gemeinsam verbrachter Lebenszeit möglicherweise nicht wieder gutgemacht werden kann. Vor diesem Hintergrund muss man die Aufforderung, die wir immer wieder von verschiedenen Seiten hören, "Warte doch, bis die Kinder größer sind", als grausam betrachten, auch wenn sie oft tröstlich gemeint ist im Sinne von "Die Zeit heilt Wunden". Manchmal tut sie es nämlich leider nicht!"

"Es ist für mich nicht vorstellbar, sie nie wieder zu sehen, mich nie mehr mit ihr austauschen zu können, sie nie mehr zu spüren. Allein der Gedanke, irgendwo beerdigt zu sein, ohne dass meine Tochter davon weiß, ist unvorstellbar."

Dazu:
Die direkte Verwandtschaft hat bestimmt, Udo einäschern zu lassen, ohne dass seine Kinder davon wussten.

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