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Badische Neueste Nachrichten, 02.03.2004

"Die Beratungsangebote richten sich fast nur an Frauen"

"Väteraufbruch" Karlsruhe hat 2003 über 200 Männer betreut
nejo. Ein Ungleichgewicht bei den mit Mitteln der Stadt unterstützten Beratungsangeboten beklagt Franzjörg Krieg, der Sprecher der Gruppe "Väteraufbruch für Kinder", Kreisgruppe Karlsruhe. "Untersucht man die städtische Beratungsbroschüre, fällt auf, dass es ein großes Angebot an spezieller Beratung für Frauen beziehungsweise Mütter gibt, aber kaum ein spezielles Angebot für Männer beziehungsweise Väter", schreibt er in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Alle "offiziellen" Beratungsinstitutionen stellen verwundert fest, dass Männer als Rat Suchende weit in der Unterzahl sind. Dabei ignorieren sie, dass sie selbst bei der Beratung eines Vaters allzu oft an die Grenzen ihrer Beratungskompetenz gebracht werden, dass sie zugeben müssen, mit ihrem Latein am Ende zu sein. Dies führt dazu, dass Väter oft nur achselzuckend an Anwälte and Gerichte weiterverwiesen werden."

Der Bedarf an Beratungen sei auch bei Vätern groß, so die Erfahrung der im Oktober 2001 gegründeten Kreisgruppe des Väteraufbruchs. Bei den 22 Beratungsterminen im Vorjahr waren 216 Eltern, überwiegend Väter, anwesend, wobei einige auch von anderen Einrichtungen vermittelt werden. Dutzende Väter wurden über Wochen oder gar Monate intensiv persönlich betreut, so Krieg. Unterstützt habe man die Rat Suchenden bei Terminen in schulischen Einrichtungen oder beim Jugendamt, bei Treffen mit ihren Kindern, bei der Abfassung von Schriftsätzen oder auch durch Begleitung bei Gerichtsterminen.

"Die Väteraufbruch-Gruppe Karlsruhe hat im Jahr 2003 weit mehr als den Umfang einer Vollzeitstelle in Form von Selbsthilfe-Beratung geleistet", erklärt Krieg. "Und alles bei null Cent öffentlicher Förderung." Kürzungen im sozialen Bereich und insbesondere bei der Beratung von Familien, lehnt der Väteraufbruch ab, stellt Krieg klar, um, wie er sagt, nicht missverstanden zu werden. Bekanntlich hat die Gemeinderatsmehrheit bei den jüngsten Haushaltsentscheidungen auch hier den Rotstift angesetzt. Bei der Verwendung der Mittel müsse künftig jedoch auf ein ausgewogenes Beratungsangebot geachtet werden, findet Krieg. Zum Ausgleich der bestehenden Schieflage sollte aber nun dem Beratungsbedürfnis von Männern and Vätern verstärkt Rechnung getragen werden, meint er.

Die kostenlosen Beratungen des Väter-aufbruchs Karlsruhe finden donnerstags ab 20 Uhr im Luise-Riegger-Haus in der Baumeisterstraße 56 statt and sind für alle Interessierten offen. Die nächsten Termine sind am 4. and 18. März and am 1. and 15. April. Weitere Termine und Informationen unter www.vafk-karlsruhe.de

 

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