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Badische Neueste Nachrichten, 10.12.2003
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Väter machen sich fit für den juristischen Streit um Elternrechte |
Kamera soll von Kindern Getrennte ein halbes Jahr begleiten Von unserem Mitarbeiter Arnd Waidelich |
Walzbachtal-Jöhlingen. Vieles, was
in Liebe beginnt, endet im Streit. Leidtragende sind dabei oft die Kinder.
Manchmal auch die Väter. In einigen Fällen tun Mütter
alles, den Vätern den Umgang mit ihren Kindern zu erschweren. Für
sie hat sich seit geraumer Zeit in Karlsruhe und Umgebung eine Selbsthilfegruppe
gebildet. "Väteraufbruch" organisiert den Widerstand
gegen die Ausgrenzung von Vätern.
Kommt es dabei zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Vater und Mutter, ist oft guter Rat teuer. Es sei denn, ein sogenannter "Beistand" aus den Reihen des "Väteraufbruchs" ist dabei. In Jöhlingen veranstaltete die Väterorganisation ein Grundlagenseminar für Väter, die sich als "Beistand" engagieren wollen. Der Beistand ist ein in juristischen Kreisen wenig bekanntes Mittlerglied und kann laut Zivilprozessordnung in bestimmten Fällen, sofern die Anwesenheit eines Rechtsanwalts nicht geboten ist, dessen Rolle einnehmen. Im Naturfreundehaus trafen sich 20 Väter aus Baden-Württemberg und der Pfalz, die sich auf diese Rolle vor Gericht vorbereiten wollten. "Der Beistand bei Regelungen des Umgangs und der elterlichen Sorge nach Trennung und Scheidung" lautete ihr Thema, das von hochkarätigen Referenten beleuchtet wurde. Es sprachen die Freiburger Diplompsychologin Ursula Kodjoe, der Karlsruher Rechtsanwalt Wolfgang Theissen und Horst Schmeil vom Bundesvorstand des Väteraufbruchs, der aus Berlin angereist war. Er ist schon seit einigen Jahren als Beistand tätig. "Ich war bei einigen hundert Fällen dabei und habe rund 35 Gerichtsverfahren begleitet", berichtete er. Schmeil konnte deshalb den Seminarteilnehmern viele praktische Tipps mit auf den Weg geben. Das Kind habe, so betonte der erfahrene Beistand, nach der Trennung der Eltern nicht mehr einen Lebensmittelpunkt, sondern zwei. Kinder sollten sich immer so verhalten können, dass sie beide Eltern als sichere Ansprechpartner haben. Das Kind habe ein Recht auf den Umgang mit beiden Eltern, betonte der Referent. Um dieses Recht durchzusetzen, bedürfe es jedoch intensiver Kenntnisse, um vor Gericht nicht Nachteile zu erleiden, berichtete Schmeil. In diese Bresche könnten die "Beistände" springen. Die Juristen müssten sich allerdings zuerst einmal an diese Begleitpersonen gewöhnen, sagte Franzjörg Krieg aus Walzbachtal, der als Vorsitzender der Kreisgruppe Karlsruhe das Seminar organisierte. Die Gruppe sorgt mit ihren Aktionen immer wieder für Aufsehen. Auch das Fachseminar in Jöhlingen begleitete über weite Strecken hinweg eine Mitarbeiterin des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Angelika Worthmüller arbeitet an einem 45-minütigen Dokumentarfilm über rechtlose Väter, der im kommenden Jahr im NDR gesendet werden soll. Ihre Recherchen führten sie auch nach Jöhlingen. Dort suchte sie Kontakte zu Vätern, die ihr Team ein halbes Jahr lang mit der Kamera begleiten will. Öffentliche Aufmerksamkeit verschafft sich die Karlsruher Gruppe von "Väteraufbruch für Kinder" auch heute am Tag der Menschenrechte. Getrennte Eltern aus ganz Deutschland protestieren ab 9 Uhr bis gegen 15 Uhr gegen eine ihrer Ansicht nach bestehende, geltendem europäischem Recht widersprechende Blockade im deutschen Familienrecht. Die Aktion, die Franzjörg Krieg organisiert, findet in der Karlsruher Innenstadt auf dem Forumsplatz in der Nähe von Bundesverfassungsgericht, Schloss- und Marktplatz statt. Aus Hunderten von Paketen mit ??????den Einzelschicksalen getrennter oder geschiedener Familien bauen ab 9 Uhr Mitglieder des Vätervereins eine Mauer. Um 14.30 Uhr folgt eine Kundgebung, die mit der symbolischen Demontage der Mauer endet. |
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