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Badische Neueste Nachrichten, 10.01.2003

"Einelternfamilie" zum Unwort gekürt

Kreis Karlsruhe (urs). Ein "Familienpolitisches Unwort des Jahres" hat jetzt der bundesweit tätige Verein "Väteraufbruch für Kinder", Kreisgruppe Karlsruhe, gekürt. Die so genannte Einelternfamilie haben die Mitglieder nach einer Befragung auf den Index gesetzt- Das Wort, das laut Verein immer öfter "im Zuge der Neudefinierung unüberschaubarer werdender Lebensformen mit dem Bezug Familie" auftaucht, sei unlogisch und diskriminierend. Bei dem Begriff handle es sich nicht nur um einen sprachlichen Bruch" - schließlich komme das Wort "Eltern" grammatikalisch immer nur im Plural vor - sondern dem Unwort liege auch eine widersprüchliche Begriffslogik zu Grunde. Damit werde für Außenstehende die Existenz und die gesamte Abstammungsfamilie des anderen Elternteils - das Unwort taucht im Beamtendeutsch meist im Zusammenhang mit Scheidungen auf - "subtil verleugnet". Darüber hinaus wird dem oft "unfreiwillig ausgegrenzten Elternteil" eine verantwortungslose Einstellung zur Elternschaft unterstellt. Die Notwendigkeit einer Verantwortung beider Eltern für alle Kinder im Familienleben, auch und gerade nach einer Trennung, werde mit diesem Begriff herabgewürdigt, so Kreisvereinssprecher Krieg. Gleichzeitig werde die Akzeptanz der des Kindeswohls gefährdenden "Einelternfamilie" gestärkt Nur aus der Ausgrenzung eines Elternteils - meist des Vaters, denn bei einer Scheidung erhalte fast stets die Mutter das Sorgerecht - entstehe diese neue Form der "Einelternfamilie".

 

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