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Rezensionen / Buchempfehlungen | Rezension:
"Nicht ohne Leoni" von Heiger Ostertag |
Buchrezension von Birgit Günther, Mitglied beim VAfK Karlsruhe |
Informationen |
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Nicht ohne Leoni - Taschenbuch von Heiger OstertagBasierend auf dem wahren Fall von Michael Klubschewsky erzählt der Roman die Geschichte von Klaus Gruschki, der um das Sorgerecht für seine uneheliche Tochter Leoni kämpft. Die Erzählung beginnt mit der Geburt des Kindes von Klaus und Michaela, die in einem Krankenhaus in Rottweil stattfindet. Zunächst ist das Paar glücklich und zufrieden und sieht voller Vertrauen in die gemeinsame Zukunft in der familiären Idylle. Doch nach einigen Monaten ändert sich alles. Michaela verstrickt sich in Schulden durch übermäßigen Drogenkonsum und Besuche in fragwürdigen Spielkasinos. Klaus hat keine Ahnung bis eines Tages Kind und Mutter nach Klaus’ Arbeitstag nicht zuhause sind und auch tagelang nicht heimkehren. Nach ihrer Rückkehr in die gemeinsame Wohnung gibt Michaela einen Bruchteil von den Schwierigkeiten preis, in denen sie steckt. Klaus versucht, sie da rauszuholen und schickt Michaela für einige Tage zu ihrer Mutter. In der Zeit wird Klaus von Michaelas Geldgebern erpresst und erfährt erst jetzt den vermeintlich vollen Umfang ihrer Schulden. Er versucht, diese zu bereinigen und erhält einige Tage später von einem Gerichtsvollzieher Besuch, der Michaelas quasi voreheliche Schuldenlast eintreiben will. Klaus erklärt sich auch bereit, für diese Schulden aufzukommen. Mittlerweile lässt sich Michaela Klaus gegenüber von ihrer Mutter bereits verleugnen und der Nervenkrieg beginnt. Michaela löst die Beziehung zu Klaus und verweigert den Kontakt mit Leoni. Der Rechtstreit beginnt. Klaus verliert seine Arbeit und zieht Leoni hinterher. Er versucht mit Erfolg, sich wieder eine neue Existenz aufzubauen. Nach langen Begutachtungen, Gesprächen und Überraschungsbesuchen vom Jugendamt konnte sich Klaus Gruschki dem Eindruck einer mütterzentrierten Bewertung nicht mehr erwehren. Michaela rutscht immer tiefer ins Drogenmilieu ab und kümmert sich wenig um Leoni. Trotz mehrfacher Hinweise von Gruschki und trotz Kenntnis des Jugendamts über die Situation der Mutter, überlässt man Leoni dieser. Klaus gelingt es, mit Leoni in Kontakt zu bleiben. Ein geplanter Ausflug für mehrere Tage entwickelt sich zu einem wochenlangen Vater-Kind-Urlaub. Nach der nicht planmäßigen Rückkehr von Vater und Kind wird Michaela gezwungen, die Polizei einzuschalten. In Wien kommt es dann zu Klaus Gruschkis Verhaftung. Nach Wochen im Gefängnis wird er auf Bewährung freigelassen. Ihm wird jedoch jeglicher Kontakt zum Kind untersagt. Doch Gruschki ist nicht bereit, den Kampf um seine Tochter aufzugeben und nimmt erneut den fast aussichtslosen Kampf um Leoni wieder auf. Gefühlsbetont und ergreifend schildert Heiger Ostertag die Geschichte von Klaus Gruschki und Leoni aus ständig wechselnden Perspektiven. Alle Ereignisse werden abwechselnd aus Sicht von Michaela und von Klaus erzählt. Der Leser wird bewusst in die Situation beider Personen versetzt. Der Autor zwingt den Leser zu einer gewissen Neutralität. Er thematisiert mit seinem Roman die Lage vieler Väter, denen nach Trennung die Kinder vorenthalten werden und die Opfer einer mütterbedienenden Exekutive sind. Väter, die nur zahlen dürfen, denen Kinder entzogen werden und deren private wie berufliche Existenz oft an diesen gesellschaftlichen Missständen zerbricht. |
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