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Redebeitrag von Franzjörg Krieg zu seiner eigenen Vätergeschichte

Damit auch begreiflich wird, warum ich hier stehe und mich engagiere, noch ein Streiflicht zu meiner Vater-Geschichte:

Kundgebung

Ich selbst bin seit über 13 Jahren hoch betroffener Trennungsvater. Nicht verheiratet wohnte ich mit der Mutter meiner beiden Töchter ehegleich 17 Jahre lang zusammen. Als unsere beiden Töchter 11 und 2 Jahre alt waren, wollte die Mutter die Trennung. Am 12.12.1994 wurde mir meine 2jährige Tochter aus dem Arm gerissen: „Ich will sofort 10.000 DM in bar, sonst siehst Du die Kleine nicht mehr!“
Bis diese 5 Jahre alt war, gab es Phasen, in denen ich sie monatelang überhaupt nicht sehen konnte. Die längste davon dauerte 10 Monate.
Meine ältere Tochter hielt dem Druck nicht stand und wollte mich ab September 1996 nicht mehr sehen. Seit über 10 Jahren erfahre ich nur zufällige Bruchstücke aus ihrem Lebenslauf und bin mir nicht sicher, ob ich sie überhaupt noch erkennen würde. Dass ich eine zweite Tochter habe, erfahre ich nur über meinen Kontoauszug.
Um meiner zweiten Tochter und mir dasselbe Schicksal zu ersparen, klagte ich den Umgang mit ihr gerichtlich ein, was aber gegen die Mutter und gegen ein seine eigentlichen Aufgaben missachtendes Jugendamt privat durchgesetzt werden musste. Seit über 12 Jahren führe ich einen sehr ungleichen Kampf gegen die Mutter und das mit ihr verbundene Jugendamt, um wenigstens für eine meiner Töchter eine Mindestchance für eine geglückte Vater-Tochter-Beziehung auf private Kosten zu erzwingen.
Meine inzwischen 23jährige erste Tochter wurde nach mehreren Jahren Vaterlosigkeit ernsthaft psychisch krank. Eine Chance, die Störung zu durchbrechen, ist nicht in Sicht. Ich musste mit gebundenen Händen zusehen, wie sie krank wurde und muss weiter ertragen, dass ich nur als bequeme Geldquelle missbraucht werde.
Das Jugendamt hätte die Gefahr der Somatisierung zumindest auf meine Hinweise hin erkennen müssen, hat aber bewusst weiterhin allein die Mutter unterstützt.
Mir bleibt nur, weiterhin in unbeantworteten Briefen zu signalisieren, dass ich mich auf jedes Lebenszeichen freue.
Im psychiatrischen Gutachten, das von einem renommierten Karlsruher Psychiater erstellt wurde, stand als fachmännischer Therapievorschlag nach 8 Jahren Vaterlosigkeit
Zitat:
„Wir halten es deshalb für sinnvoll, dass sie für zunächst zwei Jahre jeglichen Umgang und Kontakt mit ihrem Vater vermeidet.“
Diese zwei Jahre sind inzwischen auch um. Aussicht auf einen Kontakt nach 10 Jahren gibt es nicht.

 

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