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Redebeitrag von Dr. Bruno Köhler, MANNdat

Sehr geehrte Damen und Herren,


Der Verein MANNdat, den ich hier vertrete, ist ein unabhängiger Verein von Männern und Frauen, der die Belange von Jungen und Männern in die Geschlechterpolitik einbringt und auf deren Problembereiche hinweist, z.B.

Kundgebung

- die Bildungsdiskriminierung von Jungen,
- die Ausgrenzung männlicher Migrantenjugendlicher aus der Integrationspolitik
- oder die gesetzlich festgeschriebene Benachteiligung von Männern in der Krebsfrüherkennung.
Und natürlich kooperieren wir mit Vätervereinen wie dem Väteraufbruch für Kinder, denn die Vernachlässigung der legitimen Belange und Interessen von Vätern in der Familienpolitik ist ein wichtiges Thema.
Die Politik beklagt, Väter würden zu wenig ihrer Erziehungspflicht nachkommen. Hier sind Väter, die erziehen wollen, aber nicht erziehen dürfen.


Warum ist die Politik nicht gewillt, das Bedürfnis der Mütter nach mehr Erziehungsunterstützung und das Bedürfnis der Väter nach mehr Teilhabe an der Erziehung zu vereinbaren?
Ist der erziehende Mann in Deutschland wirklich gewollt? Gehen wir der Frage einmal nach.
Das Sorgerecht von Vätern nicht ehelicher Kinder ist in Deutschland vom Willen der Mutter abhängig. Was früher vielleicht sinnvoll war, birgt heute ein erhebliches Konfliktpotential, denn der Anteil nicht ehelicher Lebensgemeinschaften steigt immer mehr und die Geschlechterrollen sind im Wandel begriffen.
Beim Umgangsrecht müssen immer mehr Väter nicht ehelicher Kinder bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg und dort um ihr Umgangsrecht kämpfen, weil deutsche Familienpolitik Menschenrechte für Väter nicht ausreichend thematisieren will.
Studien zeigen, dass der männliche Berufsrückkehrer weit weniger Akzeptanz erfährt als der weibliche.
Trotzdem wird die Vereinbarkeitsproblematik von Familie und Beruf für Männer häufig ausgeblendet in der familienpolitischen Diskussion.
Der Genderbericht der Bundesregierung zeigt eine Lohndiskriminierung von Männern bei der Teilzeitarbeit, also der typischen Arbeitsform aktiv erziehender Elternteile. Dieses Faktum wird von Medien und Politik verschwiegen.
In Landesgleichberechtigungsgesetzen wird die berufliche Förderung vorrangig am weiblichen Geschlecht festgemacht und nicht an der tatsächlich geleisteten Erziehungsarbeit. Das hat zur Folge, dass ausgerecht die Klientel die großen Verlierer dieser Gesetze sind, die angeblich so gewünscht wäre – nämlich die aktiv erziehenden Väter.
Wenn man die Förderung in diesen Gesetzen an der tatsächlich geleisteten Erziehungsarbeit festmachen würde und nicht am Geschlecht, könnten aktiv erziehende Frauen UND aktiv erziehende Männer gleichermaßen profitieren. Aber das will die Politik nicht.
Vätern soll das Recht auf selbstbestimmte Vaterschaftstests genommen werden. Die Instrumentalisierung dieser Väter als reine Versorger wird dadurch wesentlich erleichtert.
Wir haben mittlerweile eine umfangreiche Lobby erziehender Väter, wie den Väteraufbruch für Kinder. Zu einem regelmäßigen Dialog mit dieser Lobby ist das Familienministerium bislang nicht bereit.
Kurz gesagt: Man will Väter in die Pflicht nehmen, ihnen aber die Rechte vorenthalten.
Deshalb wollen auch immer weniger Männer Väter werden. Sie wissen, dass ihre Vater-Kind-Beziehung in Deutschland nicht ausreichend geschützt wird. Familienpolitik wird über die Köpfe aktiv erziehender Väter hinweg gemacht.
Solange die legitimen Interessen und Belange von Vätern in der Familienpolitik ausgegrenzt werden, ist jedes Gerede von einer Gleichstellung der Geschlechter unglaubwürdig.
Die Väter, die Männer, wollen sich längst bewegen. Es ist vorrangig die Politik, die aus Bequemlichkeit nicht auf die Annehmlichkeiten der archaischen Männerrollenpflichten verzichten will.
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es eine Geschlechterpolitik geben kann, von der Frauen und Männer, Jungen und Mädchen profitieren können.
Deshalb appelliere ich an die politisch Verantwortlichen: Beenden Sie den Geschlechterkrieg aus den 80iger Jahren und veranlassen und fördern sie einen konstruktiven Dialog zwischen den Geschlechtern und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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