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Sehr geehrte Damen und Herren,
Der Verein MANNdat, den ich hier vertrete, ist ein unabhängiger Verein
von Männern und Frauen, der die Belange von Jungen und Männern in
die Geschlechterpolitik einbringt und auf deren Problembereiche hinweist,
z.B.

Warum ist die Politik nicht gewillt, das Bedürfnis der Mütter nach
mehr Erziehungsunterstützung und das Bedürfnis der Väter nach
mehr Teilhabe an der Erziehung zu vereinbaren?
Ist der erziehende Mann in Deutschland wirklich gewollt? Gehen wir der Frage
einmal nach.
Das Sorgerecht von Vätern nicht ehelicher Kinder ist in Deutschland vom
Willen der Mutter abhängig. Was früher vielleicht sinnvoll war,
birgt heute ein erhebliches Konfliktpotential, denn der Anteil nicht ehelicher
Lebensgemeinschaften steigt immer mehr und die Geschlechterrollen sind im
Wandel begriffen.
Beim Umgangsrecht müssen immer mehr Väter nicht ehelicher Kinder
bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg
und dort um ihr Umgangsrecht kämpfen, weil deutsche Familienpolitik Menschenrechte
für Väter nicht ausreichend thematisieren will.
Studien zeigen, dass der männliche Berufsrückkehrer weit weniger
Akzeptanz erfährt als der weibliche.
Trotzdem wird die Vereinbarkeitsproblematik von Familie und Beruf für
Männer häufig ausgeblendet in der familienpolitischen Diskussion.
Der Genderbericht der Bundesregierung zeigt eine Lohndiskriminierung von Männern
bei der Teilzeitarbeit, also der typischen Arbeitsform aktiv erziehender Elternteile.
Dieses Faktum wird von Medien und Politik verschwiegen.
In Landesgleichberechtigungsgesetzen wird die berufliche Förderung vorrangig
am weiblichen Geschlecht festgemacht und nicht an der tatsächlich geleisteten
Erziehungsarbeit. Das hat zur Folge, dass ausgerecht die Klientel die großen
Verlierer dieser Gesetze sind, die angeblich so gewünscht wäre –
nämlich die aktiv erziehenden Väter.
Wenn man die Förderung in diesen Gesetzen an der tatsächlich geleisteten
Erziehungsarbeit festmachen würde und nicht am Geschlecht, könnten
aktiv erziehende Frauen UND aktiv erziehende Männer gleichermaßen
profitieren. Aber das will die Politik nicht.
Vätern soll das Recht auf selbstbestimmte Vaterschaftstests genommen
werden. Die Instrumentalisierung dieser Väter als reine Versorger wird
dadurch wesentlich erleichtert.
Wir haben mittlerweile eine umfangreiche Lobby erziehender Väter, wie
den Väteraufbruch für Kinder. Zu einem regelmäßigen Dialog
mit dieser Lobby ist das Familienministerium bislang nicht bereit.
Kurz gesagt: Man will Väter in die Pflicht nehmen, ihnen aber die Rechte
vorenthalten.
Deshalb wollen auch immer weniger Männer Väter werden. Sie wissen,
dass ihre Vater-Kind-Beziehung in Deutschland nicht ausreichend geschützt
wird. Familienpolitik wird über die Köpfe aktiv erziehender Väter
hinweg gemacht.
Solange die legitimen Interessen und Belange von Vätern in der Familienpolitik
ausgegrenzt werden, ist jedes Gerede von einer Gleichstellung der Geschlechter
unglaubwürdig.
Die Väter, die Männer, wollen sich längst bewegen. Es ist vorrangig
die Politik, die aus Bequemlichkeit nicht auf die Annehmlichkeiten der archaischen
Männerrollenpflichten verzichten will.
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es eine Geschlechterpolitik
geben kann, von der Frauen und Männer, Jungen und Mädchen profitieren
können.
Deshalb appelliere ich an die politisch Verantwortlichen: Beenden Sie den
Geschlechterkrieg aus den 80iger Jahren und veranlassen und fördern sie
einen konstruktiven Dialog zwischen den Geschlechtern und gehen Sie mit gutem
Beispiel voran.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.