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Redebeitrag von Jürgen Fischer mit Vorstellung durch Franzjörg Krieg

Franzjörg Krieg:
Anfang Juli diesen Jahres machte Jürgen Fischer aus der Pfalz Schlagzeilen, weil er sich aus Protest inhaftieren ließ.
Nach 13 Gerichtsverfahren, in denen er vergeblich versucht hatte, um seine Tochter zu kämpfen, verlor er die Geduld und nannte die Dinge beim Namen. Einen Richter bezeichnete er in einem Schreiben an den Direktor des Amtsgerichts Pirmasens „als klägliches Armutszeugnis deutscher Justiz“ und in einem anderen Schreiben formulierte er: „Sollte auch eine erneute Beurteilung zu keinem anderen Ergebnis führen, beantrage ich vorsorglich eine amtsärztliche Untersuchung aller an der Entscheidungsfindung Beteiligten bezüglich ihres Geisteszustandes, mich selbstverständlich eingeschlossen.“ Wegen zweifacher Beleidigung wurde er zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen à zehn Euro, also 150 Euro verurteilt.
Jürgen wählte die Haft und seine Geschichte kam seitenlang in den Zeitungen, in den regionalen Radio- und Fernsehsendern.

Kundgebung

Jürgen Fischer:
Es folgte eine eigene kurze Darstellung in freier Rede, der Text liegt dem VAfK Karlsruhe nicht vor, es existiert aber eine Audio-Datei: (⇒ mp3 Audio)

Franzjörg Krieg:
Was mit dem Vater Jürgen Fischer im Juli 2006 geschah, ist nichts weiter als die logische Konsequenz, wenn die unglaublichen Verfahrenscharakteristika der allgemeinen Familienrechtspraxis in einer bestimmten Konstellation auf einen couragierten Vater treffen. Matthieu Carriére hat das schon am 12.12.2004 vorgelebt und ging lieber für 10 Tage in Haft als in einer Angelegenheit, die ihn als nicht ehelichen Vater betraf, 5000 Euro Strafe zu zahlen. In Wahrheit geht es in keinem der Fälle um Geld. Es geht darum, dass betroffene Väter eine Chance erhalten, auf spektakuläre Weise auf einen Umstand hinzuweisen, der – obwohl inzwischen gesellschaftlich häufig vorkommend – von nicht Betroffenen als in unserem „Rechtsstaat“ nicht möglich eingestuft wird. Es ist immer noch nicht im öffentlichen Bewusstsein, dass die BRD im Rahmen des Familienrechts den Status einer menschenrechtsverletzenden Bananenrepublik hat. Wenn Jürgen Fischer den Glauben an den Rechtsstaat verloren hat, ist er in der Gesellschaft von inzwischen 2 Millionen Vätern, die schon dasselbe für sich erkennen mussten. Und jedes Jahr kommen zig-Tausende neu betroffener Väter hinzu.

Warum gibt es dann nicht viel mehr couragierte Väter, die entsprechend spektakulär auf diese Diskriminierung aufmerksam machen? Weil sie es sich gesellschaftlich und psychisch nicht leisten können, sich der Belastung einer Festnahme auszusetzen. Weil sie in instabilen Arbeitsverhältnissen für eine Familie malochen, die sie nicht mehr sehen. Weil sie seit Jahren in einer kritischen „Es-geht-gerade-noch-so“-Situation leben. Sie werden von einer Kinderbesitzerin gedemütigt und müssen täglich befürchten, dass die ihnen von ihr gnädig zugeteilten Häppchen „Kind“ gänzlich entzogen werden. Diese Form von Sadismus wird von staatlichen Institutionen gefördert und unterstützt. Und die Gerichte haben sich darin eingelebt, diesen Wahnsinn zu bedienen und zu zementieren. Selbst die Tatsache, dass dadurch immer mehr schwer geschädigte Kinder unsere Jugendpsychiatrien füllen, ändert nichts an dieser von einer mächtigen Frauenförderlobby inszenierten Tragödie.

Erst wenn allgemein akzeptiert ist, dass Umgangsboykott Gewalt gegen das Kind und den Vater darstellt, wenn eine boykottierende Mutter als gewalttätige Kindesmissbraucherin erkannt und auch als solche behandelt wird, wohl erst dann wird sich Entscheidendes ändern. Bis dort hin sind staatliche Institutionen Helfershelfer beim Kindesmissbrauch – und das hin bis zur Rechtsbeugung durch Richter.

 

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