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Wir stehen hier als betroffene Mütter von PAS-Eltern e.V.
Was ist PAS?
Der Begriff “PAS”, Abkürzung für “Parental Alienation
Syndrome”, kommt aus dem Englischen und wurde von R.A. Gardner, einem
psychiatrischen Gutachter, geprägt.
PAS wurde als ein “unheimliches Phänomen” bezeichnet. Kinder,
die vor der Trennung der Eltern zu beiden Teilen ein gutes Verhältnis
hatten, verweigern den Kontakt zu dem Elternteil, mit dem sie nicht mehr zusammenleben.
Der Andere, oft der Vater, wird abgelehnt. Es trifft öfters Väter,
weil die Kinder nach der Trennung meistens bei der Mutter leben. Hier stehen
nun Mütter, denn es gibt inzwischen auch Kinder, die nach einer Trennung
beim Vater leben. Und so betrifft elterliche Entfremdung ebenso Mütter.
Wir möchten erreichen, dass elterliche Entfremdung in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird. Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung Kontakt zu beiden Eltern.
Kinder sind unsere Zukunft und haben das Recht auf ungestörte
Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Das können sie nicht, wenn sie
nach einer Trennung ihrer Eltern einen Elternteil nicht mehr lieben dürfen.
Kinder haben das Recht auf gelebten Kontakt zu beiden Eltern.
Ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen, die so oder ähnlich in ihrer Strasse passiert sein könnte:
Sabine verlässt Michael, mit dem sie 2 Kinder hat. Sie hat es sich lange überlegt und mit sich gerungen. Es gibt einen neuen Mann in ihrem Leben. Michael ist fassungslos, hat er nicht alles für die Familie gemacht? Ein Häuschen gebaut, viel gearbeitet, alles für die Familie?
Sabine zieht aus dem Häuschen aus. Da sie wegen der Kinder nur Teilzeit
gearbeitet hat, kann sie sich keine große Wohnung leisten.
Sie trennt sich vom Mann, nicht von den Kindern, denkt sie. Wir sind doch
erwachsene Menschen.
Michael ist wütend, verletzt, traurig. Sie hat ihn betrogen! Sie hat
ihn verlassen! Rabenmutter, die ihre Kinder im Stich lässt!
Auch Sabine ist traurig über das Scheitern ihrer Ehe, ist wütend
auf Michael, der in all den Jahren keine Versuche unternommen hat, die Beziehung
zu retten.
Sabine möchte Kontakt zu den Kindern. Es wird schwierig, mit dem Vater
Termine zu vereinbaren. Die Kinder haben wichtige Termine: Kindergeburtstag,
Familienfeiern, Fussballturniere.... Die Kontakte sind Michael zu häufig,
die Abstände zu kurz. Er sagt ihr, dass die Kinder zur Ruhe kommen müssen.
Die Kinder wollen nicht. Sie sind vor den Umgangsterminen krank und danach
aufgewühlt.
Sabine möchte häufigere Kontakte, Michael sind sie zu häufig.
Für die Kinder Timo und Leni ist mit der Trennung der Eltern eine Welt
zusammengebrochen. Mama, die sie immer zu Bett gebracht hatte, ist nicht mehr
da. Papa ist traurig und weint. Sie wollen ihn trösten. Er erzählt
ihnen, dass die Mama sie alle in Stich gelassen hat und jetzt einen neuen
Freund hat, den sie viel lieber habe, als sie. Sie vermissen ihre Mutter und
würden sie gerne öfters sehen, aber sie wollen den Papa am Wochenende
nicht alleine lassen, der ist dann so traurig. Und wenn sie dann doch einmal
die Mama besuchen, dann ist der Papa, wenn sie am Sonntagabend nachhause kommen,
so komisch. Und dann stellt er Fragen über Mama und ihren Freund. Und
er wird wütend, wenn Timo erzählt, dass er mit Mamas neuem Freund
gebastelt hat.
Timo und Lena sehen, wie traurig die Mama ist. Aber sie hat uns doch verlassen,
denken sie und der Papa ist deswegen so traurig und mit dem Geld reicht es
nicht.
Und eigentlich sind die Kinder furchtbar traurig und wollen, dass Mama und Papa wieder zusammenkommen. Aber Mama und Papa sind mit sich beschäftigt.
Und irgendwann weigern sich Timo und Lena zur Mutter zu gehen. Und sie äußern das auch in Gegenwart der Mutter. Diese ist entsetzt, denn sie hatte ein ganz normales Verhältnis zu ihren Kindern. Nun wird sie abgelehnt.
Sie geht zum Jungendamt, bittet um Vermittlung, aber der Vater macht dort deutlich, dass er mit dieser Frau nichts mehr zu tun haben will. Er respektiere den Willen seiner Kinder. Wenn Timo und Leni zur Mutter wollen, so dürfen sie das jederzeit. Ein gemeinsames Gespräch mit der Mutter lehnt er ab.
Also geht Sabine zum Familiengericht. Der Richter macht einen Umgangsbeschluss.
Die Mutter hat Hoffnung, dass sie nun wieder Kontakt zu ihren geliebten Kindern bekommt, aber am ersten Termin sind beide Kinder krank. Beim zweiten Termin sind sie auf einem Kindergeburtstag. Vor dem dritten Termin ruft Timo bei Sabine an und sagt, dass er keine Lust habe, ein langweiliges Wochenende bei Mama und ihrem doofen Freund zu verbringen. Leni weigert sich, ans Telefon zu kommen.
Sabine geht wieder zum Jugendamt, der Vater weigert sich weiterhin, zu einem gemeinsamen Termin zu kommen. Das meldet das Jugendamt dem Richter, der resigniert, da sich die Kinder nun auch in seiner Gegenwart gegen die Mutter äußern.
Der Vater hat das alleinige Sorgerecht beantragt und bekommt es zugesprochen, weil es keine Kommunikation zwischen den Eltern gibt. Der Umgang wird für ein halbes Jahr ausgesetzt, damit die Kinder zur Ruhe kommen.
Sabine resigniert, sie sieht, wie die Kinder unter der Situation leiden. Ihr wird vom Jugendamt und vom Vater gesagt, dass sie auf die Zukunft hoffen soll. Wenn die Kinder größer würden, kämen sie von alleine. Sie gibt auf und zieht ans andere Ende der Republik.
Timo und Lena weigern sich weiterhin, die Mutter zu sehen, ihre Geburtstagsgechenke
werden ungeöffnet zurückgeschickt. Ob ihre Post an die Kinder ankommt,
weiß sie nicht. Auch die Eltern von Sabine haben keinen Kontakt zu ihren
Enkeln.
Timo und Leni haben die Mutter verloren und sie dürfen nicht einmal traurig
sein deswegen.
Sabine, Michael, Timo und Leni wurden von mir erfunden, aber ihre Geschichte
ist traurige Realität in Deutschland.
Das Schlimme ist, dass oftmals alle Instanzen sehen, wer der Verursacher ist,
aber alle fühlen sich ohnmächtig und sehen dabei zu, wie Kinder
zu Scheidungswaisen werden. Waisen, die nicht einmal trauern dürfen.
Kinder, die im Kampf eines Elternteils instrumentalisiert werden.
Kinder, die einen Teil ihre Identität verleugnen müssen.
Deswegen fordern wir:
Schlussappell:
Auch in Zukunft wird es Trennungen und Scheidungen mit betroffenen Kindern
geben. Es wird immer ein trauriger Schnitt im Leben der Kinder sein. Die Folgen
können für die Kinder abgemildert werden, wenn sie zu beiden Elternteilen
eine gelebte, liebevolle Beziehung haben.
Umgangsboykott und elterliche Entfremdung gehören gesellschaftlich geächtet.
Deswegen unterstützen wir Mütter von PAS-Eltern e.V. das Motto des
Väteraufbruchs für Kinder:
Allen Kindern beide Eltern!