
| sie sind jetzt hier: | Startseite / zurück zur Fj-Krieg-Box / Entgegnung auf Kerima Kostka: Den "neuen Vätern" ... |
06.10.2003, Verfasser: Franzjörg Krieg
Doch, Frau Kostka, Mann kann! Frau kann evtl. nicht - oder könnte, wenn sie nur wollte. Aber genau da liegt das Problem. Sie will nicht. Wozu auch, wenn Sie das Recht als Privileg ins Wochenbett gelegt bekam? Und Sie sprechen im nächsten Satz Klartext: Das deutsche Umgangsrecht schützt lediglich Mütter und Kinder. Jawoll. Und genau in dieser Reihenfolge. Und lediglich diese. Väter auf jeden Fall nicht. Womit bewiesen wäre, dass das deutsche Familienrecht nicht männerfeindlich ist?
Sie fragen, wo die Väter sind, die ihren Teil an der Erziehung der Kinder
leisten wollen. Diese sind z.B. organisiert im Väteraufbruch für
Kinder e.V., sofern sie sich dies neben einem full-time-Job und dem mühsamen
Existieren auf Sozialhilfeniveau powermäßig, psychisch und zeitlich
leisten können. Und ich entdecke sie immer wieder auch unorganisiert
um mich herum in der Gesellschaft, ohne Chance, ihren Kindern Vater sein zu
können, reduziert auf die Alimentation der Mutter, ausgebootet von der
Allianz Mutter-Jugendamt-Anwälte-Gutachter-Gericht.
Natürlich sind nicht alle Väter von dieser Sorte Mann, die ihre
Vaterrolle ernst nehmen. Natürlich gibt es auch Männer, die nachweislich
Schweine sind. Der feministische Schluss, der hierzulande daraus bis zum Bundesverfassungsgericht
hoch gezogen wird und die Lebensrealität aller getrennten Väter
bestimmt, heißt dann: Weil das so ist, dürfen Väter grundsätzlich
z.B. kein Sorgerecht bekommen. Sexistische Sippenhaft für einen männlichen
Teil der Bevölkerung. Nicht männerfeindlich? Es ist sogar grundgesetz-
und menschenrechtswidrig – aber der Mutterschutz steht als Maxime so
weit über den Niederungen der manchmal deprimierend niederträchtigen
Abläufe in der Familienrechtspraxis, dass auch Grundgesetz und Menschenrechte
in die Knie gezwungen werden. Natürlich wird Mutterschutz getarnt hinter
dem Feigenblatt Kinderschutz. Dass die UN-Kinderrechte-Konvention in diesem
unserem Rechtsstaat nicht voll anerkannt und immer noch nicht in nationale
Gesetzgebung umgesetzt ist, beweist die Alibifunktion von Kinderrechten und
Schutz von Kindern.
Nicht nur ich weiß, dass es Frauen und Mütter gibt, denen man das
Attribut "Schwein" mit derselben Berechtigung beimessen könnte,
wie das jeder glaubt, einem Mann attestieren zu können. Hat dies je zum
Schluss geführt, dass man deshalb allen Müttern das Sorgerecht vorenthalten
müsse? Warum diese krasse Ungleichbehandlung in einer Gesellschaft, in
der alles nach dem Prinzip gender mainstreaming zu funktionieren hat? Es liegt
wohl doch an der Schere im Kopf, die nur eine Übersetzung zulässt:
gender mainstreaming = Frauenförderung. Die beschränkte Dummheit,
mit der zwischen engen Scheuklappen argumentiert und gehandelt wird, lässt
sich nicht mehr lange verbergen. Es gab schon die erste ehemalige Frauenbeauftragte,
der ihre Arbeit im Nachhinein peinlich war und die die Erinnerung daran wie
Hundedreck von den Pumps loswerden wollte. Verwaltungsgerichtlich wurde aber
entschieden, dass sie keinen Anspruch darauf hat, dass der Eintrag über
ihre Tätigkeit als Frauenbeauftragte in ihrer Dienstakte gelöscht
wird.
Die bewegten Frauen meinen, dass "neue Väter" erst dann
ernst genommen werden müssten, wenn alle Väter eine Erneuerung leben.
Minderheiten werden feministisch diktatorisch niedergebügelt. Wenn ich
mich als einen Vater darstelle, der sein Vater-Sein ernst nimmt und auch leben
will und der durch die Funktionsmechanismen unserer Familienrechtspraxis daran
gehindert wird, wird mir regelmäßig vorgehalten, dass es genug
Väter gäbe, die sich gegenteilig verhalten. Deshalb müsste
ich verstehen, dass ich mich mit dem begnügen müsse, was mir zugewiesen
wird. Wenn es auch nur wenige verantwortungsbewusste Väter gäbe
oder auch nur einen – ihm das selbstverständliche Recht gleichstellungspolitisch
korrekt zukommen zu lassen, wäre nichts weiter als eines Rechtsstaates
würdig. Frauenförderung in der BRD heißt aber real pauschale
Bevorzugung von Müttern auf dem Rücken von Sippenhaft für und
Entrechtung von Vätern. Nachweislich.
Sie, Frau Kostka, machen den Fehler, der in solchen Diskussionen die große
Gefahr jedes Kommentars darstellt: Fakten, die in einem eingeschränkten
Anteil von Realität tatsächlich auftreten, werden verallgemeinert
und daraus wird zum Vorteil für die eigene Position subjektiv für
eine Gesamtheit abgeleitet. Ich betone deshalb nachdrücklich, dass ich
mir immer bewusst bin, dass ich nur von einem Teil von Müttern rede,
wenn ich leider auftretende Egomanie, Missbrauch und Destruktivität von
Müttern anprangere und Konsequenzen fordere. Vor diesem Hintergrund bin
ich nach wie vor offen für jede konstruktive Diskussion mit Müttern,
die ihren gesunden Menschenverstand bewahrt haben und sich nicht durch die
Möglichkeiten unserer Familienrechtspraxis korrumpieren lassen.
Niemand sucht ernsthaft nur in den Müttern die Ursache, dass die Hälfte der Trennungskinder schon nach einem Jahr den Kontakt zum Vater verliert. Natürlich gibt es Männer, die allzu schnell in eine neue Familie flüchten und die alte Familie aufgeben. Ich stelle in meiner Arbeit und in meinem persönlichen Trennungsschicksal aber fest, dass Männer gezwungen sind, den Kontakt zu ihrer früheren Familie aufzugeben, weil die Mutter dies fordert. Sogar der persönliche Bekanntenkreis legt Vätern dies nahe: "Lass doch die Mutter in Ruhe!" Auch Jugendamtsmitarbeiter fordern von Vätern, dass es das Beste für ihre Kinder sei, wenn sie alle Forderungen der Mutter erfüllen. Und dazu gehört leider allzu oft, jeden Kontakt abzubrechen, bis auf den, den die Mutter gnädigerweise gewährt. Väter müssen sich immer wieder in den Machtmissbrauchsbereich der Mutter begeben, wenn sie Kontakt zu ihren Kindern wollen. Väter müssen sich daran gewöhnen, sich dafür zu bedanken, dass sie statt täglich drei nur noch zwei Mal eine in die Fresse bekommen. Dass diese menschenunwürdige Behandlung nicht jeder Vater auf die Dauer aushält, muss verständlich sein.
Warum wohl entschied unser Bundesverfassungsgericht am 29.01.2003 pauschal
gegen Väter? Die mühsame Krücke von Begründung enttarnt
die Motivation. Jeder weiß, dass es nicht verheiratete Mütter gibt,
die den Vater selbstverständlich mitsorgen lassen, aber das Privileg
des alleinigen Sorgerechts eifersüchtig und egoistisch hüten. Das
System hebelt sich sogar selbst aus: Wenn Mütter sich doch vernünftigerweise
zu einer Erklärung der gemeinsamen Sorge durchringen, werden sie im Jugendamt
von einer mütterbewegten Fachkraft über den Unsinn ihrer Vorgehensweise
informiert. Der Vater sitzt wie im falschen Film dabei und muss zusehen, wie
der Mutter erklärt wird, dass sie eben noch davor gerettet werden konnte,
den folgenschwersten Fehler ihres Lebens zu begehen.
Das alles weiß auch jede einzelne Richterpersönlichkeit im Bundesverfassungsgericht.
Warum tun sie dann aber so blauäugig und meinen, von dem "von Natur
aus Guten" in jeder Mutter ausgehen zu müssen und eventuelle Zweifel
daran erst nach einer langwierigen Beobachtung der gesellschaftlichen Verhältnisse
zulassen zu können? Warum werden auch gutmeinende Väter ausnahmslos
weiterhin entrechtet, um Müttern Privilegien zu erhalten? Und warum gibt
es die entsprechenden empirischen Untersuchungen zur Situation nicht verheirateter
Eltern nicht schon längst? Ein gesellschaftliches Phänomen von weit
reichender Bedeutung ist es schließlich schon lange genug.
Es liegt auf der Hand, dass das alles keine Zufälle sind, dass im Hintergrund
Steuerungsmechanismen in Gang sind, die der staatlich finanzierten Frauenszene
weiterhin ihre Machtpfründe sichern.
Zu PAS meinen Sie, in üblicher mütter-lobbyistischer Praxis nur sagen zu müssen, dass es sich hierbei um eine umstrittene Theorie handelt. Mir ist gleich, wie man diese Erscheinung nennt und ob eine Vokabel und die dahinter stehende Theorie in zweifelhaften und von Machtinteressen bestimmten "Fachkreisen" umstritten ist. Ich stelle nur fest, dass meine beiden Töchter nach jahrelanger Konstanz in der Beziehung zu mir jeweils innerhalb nur weniger Tage gehirnwäschemäßig umgepolt wurden und dass es dafür keine andere Begründung gibt, als eine massive Indoktrination der Mutter, die objektiv einen Missbrauch des Kindes darstellt. Damit hat sich diese Mutter schuldig gemacht, wird aber weiter von den dafür zuständigen Ämtern hofiert und bedient. Wie Sie das nun nennen, spielt keine Rolle. Ich kenne keine andere Vokabel als PAS. Und diese beschreibt sehr detailliert, was in meinem persönlichen Fall real abläuft. Sie können nun PAS leugnen. Damit sind aber die verabscheuungswürdige Tat der Mutter und die daraus resultierenden Fakten nicht aus der Welt geschafft. Wenn ich nun feststelle, dass genau die selben Abläufe nicht nur mich und meine Töchter betreffen, sondern viele Väter und deren Kinder, dann muss erlaubt sein, Parallelen festzustellen und zu beschreiben.
Meine Position ist nicht die eines Väterrechte-Funktionärs, der
vom Verhandlungstisch aus argumentiert. Ich mache reale Erfahrungen, die natürlich
auch Folge eines geschärften Bewusstseins sind:
- Als nicht verheirateter Vater von zwei Töchtern, der mit der Mutter
17 Jahre lang ehegleich zusammen gelebt hat – also weit weg vom Argument
"Karnevalsprinz", das im BVerfG-Verfahren zitiert wurde –
habe ich alle Auswirkungen unserer Familienrechtswirklichkeit erfahren und
weiß, wovon ich rede.
- Als Gründer und Sprecher des Väteraufbruch Karlsruhe und als Verwalter
der zentralen Fallsammlung des VAfK habe ich gebündelte Rechtsrealität
auf der Festplatte und im Bewusstsein. Und dazu gehört auch die Spalte
"Entfernungs-Papa", in der in 100er-Kilometern die Distanz angegeben
ist, die die Mutter – und nur diese - zwischen ihre Kinder und den Vater
gelegt hat.
- Und als Lehrer hatte ich allein in den letzten zwei Woche drei Gespräche
mit zwei Schülerinnen und einer Mutter:
- Die erste Schülerin (13) fiel mir auf, weil sie im Unterricht weinte.
Ich sprach sie in der Pause an und erfuhr ihre Geschichte: Sie lebt bei der
"alleinerziehenden" Mutter, hat dort die Hölle, weil sie
in der neuen Beziehung der Mutter nur stört, will zum Vater, der sich
aber nur eine Ein-Zimmer-Wohnung leisten kann und bekommt von der Mutter zu
hören: "Wenn ich Dich nur schon los hätte!"
- Die Zweite (14) erklärte vor der Klasse, dass sie später einmal
alles ganz anders machen würde als ihre Eltern. Ein längeres Pausengespräch
brachte eine Horrorstory ans Licht. Sie hat eine phillipinische Mutter, einen
deutschen Vater und 3 weitere Geschwister. Die Mutter übt permanent rohe
Gewalt gegen alle aus. Der Vater hatte in diesem Zusammenhang schon ein gebrochenes
Bein. Die Tochter, die meine Schülerin ist, hat eine Narbe im Gesicht,
weil ihre Mutter ihr eine brennende Zigarette neben dem Mundwinkel ausdrückte.
Eine ihrer Schwestern fiel in der Schule auf und erzählte einem Lehrer
alles. In der Folge holte das Jugendamt die drei Mädchen am letzten Schultag
vor den Sommerferien ab und brachte sie in einem Heim unter. Nicht die Täterin
musste also die Wohnung verlassen ("Das Opfer bleibt, der Täter
geht!") – nein, die Opfer mussten gehen. Entschieden hat dies
eine Jugendamtsleitung, die in Personalunion auch "Ansprechstelle für
Frauenfragen" darstellt. Damit wurde die Mutter aus der Gewaltschutzstatistik
gemogelt und auf Kosten des Steuerzahlers werden drei Vollwaisen herangezogen.
Die Krönung: Der Vater, genauso Opfer wie die Kinder, wirft nun den Kindern
vor, durch die Zustimmung zur Einweisung die Familie zerstört zu haben.
Zur Polizei würde er selbst nie gehen, um wenigstens die Illusion einer
funktionierenden Familie zu erhalten. Die gewalttätige Mutter macht nichts
weiter, als das zu leben, was eine andere philippinische Frau eines unserer
Gruppenmitglieder als erlernte Lebensweisheit ebenfalls lebt: face to face,
knife to knife.
- Eine Mutter rief mich an, weil die beiden Töchter ihres neuen Mannes,
die dieser zu ihren eigenen zwei Töchtern in die neue Patchworkfamilie
einbrachte, bei mir im Unterricht sind. Deren leibliche Mutter zahlt natürlich
keinen Unterhalt für ihre zwei Töchter, beschwert sich, weil ihr
die 4-Zimmer-Wohnung, in der sie mit ihrem neuen Partner lebt, zu klein ist
und lässt ihre Töchter spüren, dass sie nichts mehr von ihnen
wissen will. Erst kürzlich hat sie in deren Beisein ihre Kinderzimmer
ausgeräumt und verkauft. Wenn zahlungspflichtige Väter so reagieren
würden wie diese Mutter, wäre ein öffentlichkeitswirksamer
Aufschrei der Frauenszene sicher.
Von "neuem Matriarchat" zu sprechen, ist eine Verharmlosung.
Wir leben schon längst eine Art von sorgsam bemäntelter feministischer
Diktatur:
- Wenn eine Frauenbeauftragte kostentechnisch wegrationalisiert wird und sie
bekommt dafür die Abteilungsleitung – nein, nicht im Mütteramt
– im Jugendamt, und wenn sie dann auch noch stolz verkündet, dass
sie dort zielgruppenorientiert arbeitet, wird klar, wie die Zusammenhänge
funktionieren
- Die Spitze des Eisberges im Geflecht der "Frauenförderung"
und der Gipfel an Widerlichkeit ist der ungerechtfertigte Vorwurf des sexuellen
Missbrauchs einer Mutter gegen den Vater ihres Kindes und die staatlich bezahlte
Aufklärerinnen-Szene, die sich darum schart. Ein Karlsruher Urteil erläutert,
dass z.B. Mitarbeiterinnen von Wildwasser nicht mehr als Zeugen vor Gericht
zugelassen werden, weil sie voreingenommen sind. Spektakuläre Prozesse
klärten üble Machenschaften dieser Szene auf mit wahren Hetzjagden
gegen unschuldig beklagte Erwachsene. Wer schon einmal die Gelegenheit hatte,
Explorationsprotokolle von Kleinkindern zu lesen, ist schockiert über
die kriminelle Energie und die widerliche Art und Weise, wie hiermit auch
Kleinkinder missbraucht werden. Sie erwähnen zwar, dass in der Berliner
Studie von Busse et al nur in 3,03% der Sorge- und Umgangsrechtsfälle
der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von der Mutter gegen den Vater erhoben
wurde, verschweigen aber, dass dieselbe Studie feststellt, dass dieser Vorwurf
in nur 3,3% dieser Fälle auch gerichtlich bestätigt wurde. Die Absicht
ist überdeutlich. Ich selbst habe Wildwasser Karlsruhe aufgefordert,
ihre Statistik 2002 offen zu legen und die jüngste Gruppe vom Vorwurf
des sexuellen Missbrauchs betroffener Mädchen näher zu untergliedern.
Sie haben diese Gruppe nämlich absichtlich bis 12 Jahre gewählt.
Damit haben sie die Gelegenheit, alle Vorwurfsfälle, die Kleinkinder
betreffen, in eine Gruppe einzuordnen mit tatsächlich missbrauchten Minderjährigen.
In unserer Gruppe in Karlsruhe repräsentierte Fälle von Missbrauch
mit dem Missbrauch sind damit unter den Teppich gekehrt. Wildwasser hat sich
geweigert, die nähere Präzisierung vorzunehmen, was auf die Schlüssigkeit
meines Vorwurfes schließen lässt.
- Als Antwort auf die Erkenntnis, dass Männer 6,5 Jahre früher sterben
als Frauen und auch rund vier Fünftel aller Suizide ausmachen, wäre
es wohl gerechtfertigt gewesen, dieses Phänomen näher zu untersuchen.
Man hat auch untersucht: Es gab einen Frauengesundheitsbericht. Damit Frauen
mehr als 7 Jahre länger leben? Eine kabarettfähige Posse. Mit dem
gebührenden Ernst betrachtet, entsetzt die Ignoranz, mit der unter dem
Vorzeichen "Frauenförderung" mit unseren Steuergeldern Politik
gemacht wird.
- Immer mehr Kinder wachsen ohne eine männliche Bezugsperson auf. Unser
Familienrecht und besonders die davon abweichende feministisch geprägte
Familienrechtspraxis hat inzwischen für mehr Halbwaisen gesorgt, als
beide Weltkriege zusammen. Jungs haben die hohe Wahrscheinlichkeit, ohne Vater
aufzuwachsen, im Kindergarten nur weibliche Bezugspersonen zu haben, in der
Grundschule nur von Lehrerinnen unterrichtet zu werden und damit in die Pubertät
zu kommen, ohne je direkten Kontakt zu einer männlichen Beziehungsperson
gehabt zu haben. Die negativen Auswirkungen sind in unserer Gesellschaft inzwischen
allgegenwärtig.
- Werbung und Spielfilme, ja selbst Kindersendungen zeigen den Typ neuer Frau:
demonstrativ überlegen, offen geldgeil, gewalttätig, ohne dafür
zur Rechenschaft gezogen zu werden. Wenn in einer Werbesendung einem Mann
ein Blumentopf auf den Kopf fällt, ist das slapstick, ein Brüller.
Eine Frau als Opfer dieser Attacke wäre absolut unvorstellbar, werbetechnisch
kontraproduktiv. Warum eigentlich?
Also doch Männer als die Prügelknaben einer Gesellschaft, die den feministischen Umbau auf dem Weg zu einer menschlicheren Realität verwirklicht? Wenn das tatsächlich das Ziel wäre, könnte ich mich sogar mit meiner Opferrolle abfinden und würde die Prügel für Generationen privilegierter Männer und geknechteter Frauen irgendwo verstehen. Wir haben inzwischen aber erkannt, dass viele Mythen des Feminismus von den Frauen selbst ad absurdum geführt wurden. Der folgenschwerste ist wohl der Mythos vom Sieg über das Böse durch das Matriarchat. Frauen haben ihre hemmungslose Bereitschaft zur Ausübung von Gewalt schon längst bewiesen. Und wenn man ihnen ein Familienrecht zur freien Bedienung zuschiebt, machen viele davon skrupellos und egoistisch Gebrauch. Ausübung von Gewalt wird zur Methode und die Belohnung von miesem Verhalten wird geradezu gefordert. Familienrechtsanwälte empfehlen Müttern, jede Kommunikation mit dem Vater ihrer Kinder zu verweigern, um anschließend auf den fehlenden Konsens verweisen zu können, mit dem dann ein alleiniges Sorgerecht der Mutter begründet wird. Unsere Familienrechtspraxis lebt von solchen Perversitäten.
Wo sind die Männerhäuser, in die Väter mit ihren Kindern flüchten
können, wenn sie geschlagen werden oder wenn sie einfach nur meinen,
sich ohne die Mutter mit ihren Kindern – von der Mutter finanziert –
besser verwirklichen zu können? Wo ihnen dann beigebracht wird, wie man(n)
die Mutter am wirkungsvollsten ins Abseits stellt und nur noch zahlen lässt?
Und wenn man dann die Notwendigkeit der Existenz und der staatlichen Förderung
dieser Männerhäuser eben damit begründet?
Wo sind die mindesten Voraussetzungen für einen fairen Vergleich? Gender
mainstreaming? Gleichberechtigung? Väter werden nicht diskriminiert?
Ein Vater aus unserer Gruppe ging zur Polizei, nachdem seine Frau wieder in angetrunkenem Zustand zugeschlagen hat. Der Polizeibeamte hörte sich kurz seine Geschichte an und meinte dann, er solle sich doch mal umdrehen. An der Wand hing ein Plakat "Häusliche Gewalt ist männlich". Er fragte ihn, was er eigentlich hier wolle. Ob er nicht lesen könne.
Ein hoher Anteil von häuslicher Gewalt wird heute von "alleinerziehenden" Müttern ausgeübt, die zuerst den Vater von der Erziehung ausgeschlossen haben und danach überfordert fortgesetzt ihre pubertierenden Töchter verprügeln. Aber es ist unfein und politisch nicht korrekt, davon zu reden und damit zu argumentieren. Väter werden nicht diskriminiert?
Sie kritisieren, dass behauptet wird, vielen Müttern gehe es in erster Linie um finanzielle Absicherung. Damit ignorieren Sie ein Grundprinzip in der Interaktion zwischen den Geschlechtern in unserer Gesellschaft. Wenn ich mit SchülerInnen die Kontaktanzeigen in einem beliebigen Wochenendblatt analysiere, müssen wir konstant feststellen, dass Männer vorwiegend die (auch nur sexuelle) Zuwendung suchen und Frauen unverhohlen finanzielle Interessen haben und die Altersversorgung geboten bekommen wollen. Meine Schülerinnen berichten, dass sie es sich regelmäßig leisten können, abends mit leerem Geldbeutel weggehen zu können, um "Spaß zu haben". Wollen Sie im Ernst behaupten, dass Frauen gerade dann anders agieren, wenn Sie Mütter sind? Alle Erfahrung spricht dafür, dass sie sich gerade dann noch mehr auf eine finanzielle Absicherung fixieren und diese pauschal vom Vater erwarten. Dieses Prinzip geht noch weiter. Ich kenne viele Fälle, in denen Mädchen oder Frauen gerade dann schwanger wurden, wenn sie feststellen mussten, dass sie ihren eigenen Erwartungen an sich selbst nicht genügen konnten, z.B. nachdem sie durch eine wichtige Prüfung gefallen waren oder ein vorher laut verkündetes Ziel von existenzieller Bedeutung nicht erreichen konnten. Mutterschaft ist dann oft die rettende Insel, auf der eine Alimentierung durch einen Mann und/oder den Staat gesichert ist. Dass dies fast immer unbewusst geschieht, ändert nichts am Funktionszusammenhang.
Es wird Zeit, endlich auch von den Kindern zu reden, die als zentral Betroffene
am wenigsten an Ursachen und Ablauf aktiv beteiligt sind und ausschließlich
die Konsequenzen elterlichen Verhaltens zu erleiden haben.
"Kindeswohl" ist die inzwischen pervertierteste Vokabel in der
deutschen Rechtslandschaft. Was in anwaltlichen Schreiben schon alles mit
dem Mäntelchen "Kindeswohl" getarnt und begründet wurde,
ist grauenvoll. Jede Egomanie ist gut genug, mit dem Anstrich "Kindeswohl"
zu ethischer Größe umfunktioniert zu werden. Der Anwalt nimmt gerade
so lange ernsthaft darauf Rücksicht, bis zumindest die Prozesskostenhilfe
im Kasten ist. Danach wird die Mutter bedient.
Der "Väteraufbruch für Kinder e.V." kümmert sich
um Elternteile, die in der Gefahr leben, den Kontakt zu ihren Kindern, besonders
nach Trennung und Scheidung, zu verlieren. Wer jetzt glaubt, dass der "Väteraufbruch"
eine Organisation extremer Lobbyisten sei, ist auf dem Holzweg. Es gibt zwar
Mütterorganisationen, die die "Einelternfamilie" als das
neue Ideal familienpolitischer Vorstellungen propagieren und das Alleinsorgerecht
der Mutter als einzig wahre Form elterlicher Rechtsnorm predigen. Väterorganisationen
haben im Gegensatz dazu andere Forderungen. Z.B. "Kinder brauchen beide
Eltern – auch nach Trennung und Scheidung". So harmlos und einsichtig
wie sich das anhört, ist es auch gemeint. Und wir sind uns damit auch
einig mit allen Aktoren in der familienrechtspraktischen Interventionsszene.
Allerdings nur so lange bis diese erkennen, welche Konsequenzen diese harmlose
Aussage praktisch hat. Dann zeigen Mütter plötzlich die Zähne,
weil sie fürchten, ihnen könnten die Privilegien abhanden kommen.
Das Recht des Kindes wird in Deutschland immer noch in der Weise gesichert,
dass man alle Rechte der Mutter gibt und annimmt, dass dabei schon noch genug
fürs Kind übrig bleiben wird.
Unser Familienrecht kann nur einen Weg gehen: Ein Sorge-"Recht" hat allein das Kind. Aus diesem Recht auf Umsorgtwerden leitet sich die Verpflichtung beider Eltern zur Sorge ab – nicht in erster Linie ein Recht! Beide Eltern müssen dabei in die Pflicht genommen werden, mit dem Ziel, die bipolare Elternschaft zu erhalten. Wer dabei die Betreuung nicht erbringen will oder kann, der zahlt eben. Und das kann Mutter wie Vater sein.
Und es muss mit etwas mehr Wahrhaftigkeit öffentlich argumentiert werden. Wenn eine Müttervertreterin in den Medien über die mangelnde Zahlungsmoral unterhaltspflichtiger Väter schimpft und jammert, ist ihr bewusst, dass unterhaltspflichtige Mütter eine noch viel miesere Zahlungsmoral haben. Und obwohl sie das weiß, behauptet sie, das gäbe es nicht. Nachweisbar in Zeitungen, Broschüren und in verschiedenen Sendungen unseres öffentlich rechtlichen Fernsehens. Wenn dieselbe Vertreterin auf die Frage, ob es nicht viele Mütter gäbe, die die Kinder als Waffe im Kampf benutzen, behauptet "Ich kann das verneinen. Das gibt es gar nicht", obwohl ihre Berufserfahrung dagegen spricht, wird deutlich, dass die schamlose Lüge alltägliche Praxis in der Argumentationslinie so mancher Mütter- und Frauen-Lobbyistinnen ist.
Wenn überall Plakate hängen, die propagieren, dass häusliche
Gewalt eben nur männlich sei, ist dies eine Irreführung der Öffentlichkeit
auf Kosten des Steuerzahlers, mit dessen Geld solche Kampagnen finanziert
werden.
Das Problem ist nur, dass unsere rot-grünen Macher in Berlin dort kuschen
und selbst gegen die Wand laufen, wo eine Politikerin sagt: Finger weg, das
ist Frauensache! Und diese sitzt wie die Glucke auf den erworbenen Privilegien
und keine noch so logische Vernunft kann sie zur Anhebung ihres Schwerpunktes
bewegen. Wahrhaftigkeit ist nicht angebracht, wenn es um das Gerangel um Pfründe
geht.
Zur Zeit bröckelt die feministische Kampffront, weil deren Methoden inzwischen zunehmend als einseitig und doktrinär erkannt werden und sich weibliche Identität spaltet in die, die umso engstirniger weiter wettern und die, die auf eine vernünftige Basis zurück wollen. Im Zug der Finanzknappheit öffentlicher Kassen dienen die massiven Fehlentwicklungen durch die doktrinären Verhärtungen in der Frauenförderungs-Lobby gerne als Begründung für Reduzierung oder Streichung von jahrelang viel zu üppig geflossener Gelder.
Das macht Hoffnung. Die finanzielle Austrocknung der Frauenförderszene ist für den intelligenten Kern der feministischen Bewegung und für echte Gleichstellungsbemühungen eine Chance. Vielleicht kann dann vernünftiger argumentiert werden und man (und frau) kann es dann den neuen Vätern recht machen?
Franzjörg Krieg:
- Seit 9 Jahren entrechteter Trennungsvater
- Realschullehrer
- Gründer und Sprecher des Väteraufbruch für Kinder, Kreisgruppe
Karlsruhe
06.10.2003