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Fall Norbert

Da Väter, die sich ihre aktive Vaterschaft vom Staat bezuschussen lassen, die" neuen" Väter sind, gehöre ich wohl zu den "alten Vätern".
Als ich vor 6 Jahren meinen Arbeitsplatz durch Konkurs verlor und meine Frau in ihrem Beruf schnell eine Stelle fand, blieb ich eben zuhause bei der damals 1-jährigen Tochter.
Aus dieser durch die Umstände geborenen Situation entwickelte sich bei mir eine bis dahin nicht gekannte Qualität: für sein eigenes Kind da zu sein und ihm zu helfen, die Welt kennen zu lernen und zu erobern.
Ich bin in diese Rolle hineingewachsen und bereue nur, dass ich nicht schon früher Kinder auf diesem Weg begleitet habe. Tochter L. und ich hatten ein sehr intensives und schönes Verhältnis, das in seiner emotionalen Qualität sicher mit jeder Mutter-Kind-Beziehung vergleichbar war.
Dann wurde unsere Ehe schwieriger. Wir hatten Eheprobleme wie andere auch, bloß mit vertauschten Rollen.
Als eine Trennung nicht mehr auszuschließen war, begann der Kampf um das Kind.
Die Mutter mobbte, wo sie Gelegenheit hatte ,verweigerte jede Kommunikation und damit jede vernünftige Lösung für die inzwischen 5-jährige Tochter L.
Sie weigerte sich insbesondere, das Haus ohne Kind zu verlassen (...es sei nun mal ein Naturgesetz, dass ein Kind zur Mutter gehört....), was aufgrund des 4-jährigen Rollentausches eigentlich zu erwarten gewesen wäre.
Die Emanzipation war nun zu Ende.
Eines Tages war sie mit dem Kind weg. Ich wusste 10 Tage lang nicht, wo sie sind. Die Polizei nahm meine Entführungsanzeige nicht an und beruhigte nur - die kommen schon wieder!
Dann kam ein Brief vom Familiengericht, dass ein Verfahren eröffnet sei, in dem mir das Sorgerecht entzogen werden solle.
Es wurden von der Anwältin meiner Frau alle Klischees bedient, wie Männer nun mal sind: ich bin gewalttätig, ich bin arbeitslos, ich bin ein Dieb, der 3000 € unterschlagen hat und das Kind müsse vor mir beschützt werden.
In der Anhörung vor Gericht behauptete meine Frau dann, L. hätte panische Angst vor mir und möchte nicht mehr in den Kindergarten, weil der Papa sie abholen könne. Ich war sprachlos, geschockt, konnte nicht das Gegenteil beweisen und bekam nur noch einen stundenweisen, begleiteten Umgang mit meinem Kind.
L. wurde gehört und es wurde festgestellt, dass sie keine Angst hat und von der Mutter beeinflusst war. Das Kindergartenteam bescheinigte mir "besondere pädagogische Fähigkeiten" etc.
Damit ist doch alles klar, sollte man denken?
Als ich bei einem begleiteten Treffen L. fragte, wie es bei der Anhörung der Richterin war, erzählte sie mir, sie (die Richterin) hätte sie gefragt, ob sie (L.) lieber bei Papa oder Mama bleiben wolle.
Diese Aussage traf mich wie ein Blitz, da mir zugesichert wurde, dass einem 5-jährigen Kind niemals eine solche Frage gestellt werden würde. Auf die Frage, was sie geantwortet hat, sagte L. lachend: bei der Mama. Ich spürte, dass ich meine Tränen nicht mehr lange halten konnte und bat die Begleiterin, eine Freundin meiner Frau, L. weg zu bringen. Als die beiden schon aus dem Haus auf der Straße waren, bin ich dann im Haus völlig zusammen gebrochen und habe lauthals geweint, was beim nächsten Verhandlungstermin von der Begleiterin als Zeugin als "Schreien" bezeichnet wurde.
Allerdings bestritt die Richterin, L. jemals die Entscheidungsfrage nach Vater oder Mutter gestellt zu haben.....
Nun hatte die Richterin endlich den gesuchten Grund gefunden, das Kind ordnungsgemäß der Mutter zuzusprechen.
Begründung: Ich sei psychisch labil!

Das stimmte spätestens nach diesem Urteil auf alle Fälle. Nach drei Tagen am leeren Bett meines Kindes ließ ich mich in eine psychosomatische Klinik einweisen. Nun hätte ich innerhalb von 14 Tagen Berufung einlegen können, was nach Aussage der Klinikleitung bedeutet hätte, die angefangene Therapie vorzeitig zu beenden, da eine erneute juristische Auseinandersetzung einen Therapieerfolg unmöglich gemacht hätte. Ich hatte panische Angst vor Anwälten, dem Gericht und auch vor meiner Frau und deren Brutalität. Ich entschied mich für die Therapie, eine Berufung hätte ich nicht durch gestanden.

Sechs Monate sah und hörte ich fast nichts von meinem Kind, durfte nicht wissen, wo sie wohnt, keine Telefon-Nr., wo sie eingeschult wird und als ich sie zufällig im Hof des neuen Kindergartens spielen sah, wurde sie von einer Erzieherin von mir weg ins Haus gezerrt.
Mein gesamtes Umfeld, die L. und mich seit Jahren kennen, sind paralysiert von den Geschehnissen.

Inzwischen sind zwei Jahre seit der Trennung vergangen.
Ich habe ein Jobangebot in meinem Beruf, das mich nach Norddeutschland gebracht hätte, abgelehnt, um hier einen interessanten, aber schlechter bezahlten Job in der Nähe von L. anzunehmen. Hätte ich das nicht getan, hätte L. keinen Vater und ich kein Kind mehr.
Mit Hilfe des Jugendamtes und einer Familienberatung ist es mir gelungen, den Kontakt zu L. wieder herzustellen. Ich kann sie jetzt Mittwochnachmittag 4 Stunden, und jedes 2. Wochenende 25 Stunden sehen. Ich kann heute sagen, das Verhältnis zu L. ist so gut wie vorher. Allerdings möchten wir mehr Zeit zusammen verbringen, was von der Mutter, die bis heute die Kommunikation mit mir verweigert, abgelehnt wird.
Die Mutter arbeitet ganztags, ich arbeite ganztags und L. ist in der Schule und danach bis 17 Uhr im Hort.
Mein Vorschlag ist nun, L. im Wechsel, eine Woche bei der Mutter und dann eine Woche beim Vater verbringen zu lassen, da beide Elternteile gleich wichtige Bezugspersonen für L. sind. Die Örtlichkeiten lassen das problemlos zu, da L. bei mir genauso "zuhause" ist, wie bei der Mutter.
Die Mutter lehnt das ab, Begründung: das wäre Hickhack!
Vor 7 Monaten habe ich einen Antrag beim Familiengericht eingereicht. Inhalt: Das sog. "Wechselmodell", welches in etlichen europäischen Länder, zuletzt in Belgien, als Standard bei strittigen Kindesfragen eingeführt wurde, insbesondere, um Machtkämpfe um das Kind zu vermeiden.
Als Alternative habe ich ein familienpsychologisches Gutachten beantragt.
Die Richterin weiß offensichtlich nicht, was sie tun soll, da noch nie ein Gericht in der BRD das Wechselmodell angeordnet hat.
So habe ich z. Zt. eine schweigende Frau und eine schweigende Richterin.
Die Mutter denkt inzwischen nicht daran, Termine mit mir abzusprechen oder zu Gesprächen beim Jugendamt zu erscheinen. Das sei alles freiwillig!

L. fragt: Mama, darf ich heute beim Papa übernachten, er kann mich doch auch in die Schule bringen. Antwort: Nein, komm rein jetzt! etc, etc.
Jugendamtsmitarbeiter geben zu, dass sie das alles schrecklich finden, aber leider nichts unternehmen können und dass das leider häufig so sei, dass Väter keine Chance gegen die Willkür der Mütter haben. So sei es nun mal.

Kindesmissbrauch zählt erst dann, wenn Blut fließt oder Knochen brechen!
Mobbing in der Familie kann schwer nachgewiesen werden und existiert deshalb für die Justiz nicht. Brutalität und Kindesmissbrauch von Müttern gibt es nicht.

Ich bitte darum, alle Väter in diesem Land Deutschland davor zu warnen, dass keine Mutter, wenn es ans Trennen geht, bereit sein wird, die traditionelle Vaterrolle zu übernehmen, die da lautet:
Arbeite, gib das Verdiente ab und sei froh, dass du dein Kind ab und zu mal sehen darfst. Solche Selbstverständlichkeiten mutet frau nur Vätern zu. Jede Mutter hat panische Angst davor, so behandelt zu werden, wie sie das dem Vater ihres Kindes selbstverständlich antut. Und bundesdeutsche Frauenförderung (Täterinnenschutz) sorgt dafür, dass dies auch reibungslos funktioniert.

Aber auch Väter, die durch die Betreuungszeit nun auch ein intensiveres Verhältnis zum Kind haben, werden sich zukünftig nicht mehr mit der "Wochenend-Rolle" abspeisen lassen.
Die Familienministerin triumphiert, dass sie für ca. die Hälfte der deutschen Kinder etwas verbessert - für die andere Hälfte - ca. 50% aller Ehen werden geschieden - die Trennungskinder und deren Väter, bleibt alles beim Alten.
Die Familienjustiz hat die Aufgabe, dies zu garantieren.

Wenn ich noch erwähne, dass die Anwältin meiner Frau, die die Entführung Wochen vorher logistisch und juristisch geplant hat, eine Persönlichkeit aus der lokalen politischen Szene ist, kann man vielleicht die Brisanz dieser Geschichte erahnen.

L. und ihr Papa

Ach ja, als Mann muss ich noch erwähnen: Ich habe weder Frau noch Kind jemals geschlagen oder bedroht (aber kann man das denn glauben?).

Antwort auf dieses Fallbeispiel (bitte unter Benennung des Fallbeispieles)

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