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Fall 556: Mein schönster Tag

Eine Lokalzeitung startet eine Aktion unter dem Motto „Mein schönster Tag“.
Ein Trennungsvater schreibt:

Betreff: Mein schönster Tag

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mein schönster Tag wäre etwas ganz Normales, was für viele selbstverständlich, mit Geld nicht zu bezahlen und auch nicht für Geld zu haben ist: Heiligabend mit meinen beiden Söhnen bei mir.

Seit Juli 2003 lebe ich von meiner Frau - und auf deren Betreiben hin - auch von meinen Söhnen, jetzt 7 und 10 Jahre, getrennt. Seit Juni 2005 lebe ich in einer neuen Partnerschaft, aber meine Frau verbietet grundlos einen Kontakt der Kinder zu meiner Lebensgefährtin und erzählt ihnen unwahre Dinge über sie, so dass die Kinder inzwischen auch schon manchmal meine Freundin ablehnen, wenn sie bei mir sind (ich habe sie - "verbotenerweise" - gelegentlich "mit den Kindern in Kontakt gebracht"). Wenn meine Frau daneben steht, vergessen die beiden Jungs in Bezug auf meine Lebensgefährtin jeden Anstand, zur offenkundigen Zufriedenheit meiner Frau.

Als ich Ihre Ankündigung letzten Sonntag las, ist mir sofort eingefallen, was mein schönster Tag wäre: Wenn ich meine Kinder sehen kann, ohne dass ich eine Inquisition über das geplante Wochenenden vor den Ohren der beiden überstehen muss, wenn ich von meiner Frau wenigstens höflich begrüßt werde, statt missmutig und wortlos vor der Wohnungstür zum Warten verdonnert zu werden, wenn ich mich endlich darauf verlassen kann, dass ich die Kinder zu den vereinbarten Wochenenden oder Ferien auch tatsächlich zu mir nehmen kann, statt nach 100 km Fahrt an der Haustür auf Überraschungen zu warten.

Seit meine Frau das Schloss zu unserer gemeinsamen Wohnung heimlich ausgetauscht hat (eine Scheidung ist nicht absehbar), jährt sich Weihnachten nun zum fünften mal. Und zum ersten Mal seitdem habe ich mir keinen Bereitschaftsdienst für den 24. Dezember geben lassen. Wenn meine Frau diesmal die Kinder so lange wie gerichtlich vereinbart, in den Weihnachtferien zu mir lässt, wäre auch dies das erste Mal.

Ich weiß, was mein schönster Tag wäre: Wenn ich Heiligabend am 24.12. dieses Jahres zusammen mit den drei liebsten Menschen, die ich kenne, feiern könnte. Ohne Inquisition, ohne Kontrollanrufe, ohne Verhör der Kinder und ohne giftige Schreiben, in denen meine Frau mir ein Recht auf das Normalste überhaupt, einen ungehinderten und unbelasteten Umgang mit unseren gemeinsamen Kindern, abspricht.

Ob Sie mir dazu verhelfen können?

Vielleicht ja; einfach, indem einmal von dritter Seite (Presse ist sehr gut!) darüber berichtet wird. Eine Ankündigung, über den Aufenthalt meiner Kinder an Weihnachten bei mir schreiben zu wollen, reicht vielleicht schon. Eine Umgangsregelung gibt es, die allerdings den 24.12. nicht beinhaltet - aber es sind immer wieder Umgangstage ersatzlos ausgefallen, so dass es billig wäre, wenn dieses Jahr Heiligabend mit den Kindern auf mich fiele - zumal ich aus dienstlichen Gründen dieses Jahr auf Silvester, was eigentlich vereinbart war, verzichten muss.

Was wir brauchen, ist die Zustimmung meiner Frau - und die kann ich erfahrungsgemäß nicht selbst, nicht durch das Jugendamt, nicht durch Anwalt oder Gericht, durchaus aber vielleicht durch die Zeitung bekommen - man sollte ihr dann auch Gelegenheit geben, auf den Bericht Einfluss zu nehmen.
Kritischen Journalismus braucht´s dazu nicht - außer wenn sie ablehnt. In diesem Fall hab ich auch brisantes Material, das das Versagen von Jugendamt und Gericht vor einer Sachlage zeigt, die sonnenklar war - wenn man hingeschaut hätte, statt eine einvernehmliche Lösung zum Sorgerecht und Umgang von Anbeginn von Amts wegen an die Wand zu fahren.

Mit freundlichen Grüßen

Ein betroffener Trennungsvater

 

Antwort auf dieses Fallbeispiel (bitte unter Benennung des Fallbeispieles)

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