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4. Väterkongress 2011 in Karlsruhe
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Vaterschaft heute – Gesichter, Chancen und Herausforderungen

Der VÄTERKONGRESS 2011 ist Geschichte

Nach umfangreichen Vorbereitungen fand der 4. VÄTERKONGRESS am 07.05.2011 zum ersten Mal in der PH in Karlsruhe statt.

Die Organisation verlief absolut reibungslos. Man erkennt, dass der 4. Kongress dieser Art in Karlsruhe auf die Erfahrungen aus den drei Jahren zuvor aufbauen konnte. Die Karlsruher Gruppe des VAfK hat wieder einmal ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt.

Dafür meinen aufrichtigen DANK an alle, die zum Erfolg des Kongresses aktiv beigetragen haben.

Die Referate betonten den gesellschaftspolitischen Charakter dieser Veranstaltung und strahlten einen Optimismus aus, der der Väterszene nach Jahrzehnten von ausschließlich erfahrener Ignoranz gut tut.

Rainer Sonnenberger berichtete von der Mitwirkung des VAfK bei der Erstellung der Studie des BMJ zum Gemeinsamen Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Eltern. Es wurde deutlich, dass die Frauenlobby ihren Einfluss auch auf verdeckte Art geltend macht und damit bis zuletzt so erfolgreich vorgeht, dass sich sogar das BMJ in gewisser Weise getäuscht sah und den Abschlussbericht nicht unter seinem Namen veröffentlichte. Wir konnten einige Disbalancen in der Konzeption und Realisierung aufdecken und wurden auch gehört.

Anton Pototschnig aus Österreich berichtete zunächst vom aktuellen Stand der Sorgerechtsreform in Österreich. Es scheint, dass in Österreich und in der Schweiz die Tendenz besteht, auf die Lösung in Deutschland warten zu wollen.

Oliver Hunziker aus der Schweiz berichtete über deren begeisternde Aktion „Schick en Stei“, die gewaltiges Aufsehen in den Medien und in der Politik hervor rief und die Väter mit dem Justizministerium der Schweiz an einen Tisch brachte.

MdB der FDP Stephan Thomae schilderte den Stand der politischen Diskussion um eine gesetzliche Regelung zum Sorgerecht nicht verheirateter Eltern nach dem entsprechenden Urteil des EGMR und des BVerfG.
Es wurde deutlich, dass wir wohl noch länger auf ein Ergebnis warten müssen. Die Politik hat nicht den Mut, gegen die noch herrschenden Kräfte der Mütterlobby eine wirkliche Reform in Gang zu setzen und wird jetzt wohl die Rechtspraxis beobachten bevor sie ihre Aufgabe ernsthaft angeht.

Matthias Lindner, Bereichsleiter Genderpolitik bei Verdi und stellv. Vorsitzender des Bundesforum Männer e.V. referierte über „Gleichstellungspolitik auch für Männer und Väter“. Es wurde deutlich, dass der VAfK sich nicht auf seine Grundaufgabe beschränken kann und dass unsere Beteiligung an der Genderdiskussion eine primäre Aufgabe darstellt.

Ich selbst konnte in meinem Referat unter dem Titel „Maßgeschneiderte Lösungen – Mut zur Kreativität bei Lösungen von Konflikten“ aus meiner Beistandstätigkeit der letzten 20 Monate seit der Einführung des FamFG berichten. Die dabei gemachten Erfahrungen sind so positiv, dass ich sie als Lohn für jahrelange Arbeit in Sachen Väterinteressen erkenne.

Anton Pototschnig schilderte in einem zweiten Referat seine Informationsarbeit zum Doppelresidenzmodell in Österreich.

Das abschließende Podiumsgespräch unter Moderation von Angela Hoffmeyer und Helge Messner wandte sich an die Teilnehmer Oliver Hunziker, Anton Pototschnig, Rainer Sonnenberger und Franzjörg Krieg und hatte den Titel des Kongresses „Vaterschaft heute – Gesichter, Chancen und Herausforderungen“ als Programm.

Die insgesamt sehr optimistische Atmosphäre machte deutlich, dass die Arbeit im VAfK inzwischen auch von Erfolgserlebnissen begleitet ist und dass unser „Marsch in die Institutionen“ gerade beginnt.

Franzjörg Krieg, VAfK-Karlsruhe

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