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GESCHLECHTERKRIEG
Entsorgte Väter & besorgte Mütter(Auszüge) [...] Franzjörg weiß, was Frauen wollen: "Sich selbst verwirklichen." Das jedenfalls ist die Erklärung des langhaarigen Realschullehrers dafür, warum ihn seine Frau mit den Kindern verließ, obwohl er die - zugegebenermaßen schwierige - Beziehung noch wollte. [...] Die einschlägigen Organisationen, in denen sich die Racheväter zusammenfinden, heißen pappa.com, ISUV oder Väteraufbruch. Auch Franzjörg Krieg, der Mann mit der Motorsäge, gehört dazu. Der graubärtige Zopfträger im schwarzen Leder-Sakko hat den Väteraufbruch Karlsruhe 2003 aus "ohnmächtiger Wut" gegründet und verkündet auf der Homepage des Verbandes seine Ansichten zum Thema Gewalt gegen Frauen. Sexueller Missbrauch? Die "erste tödliche Trumpfkarte, die eine Mutter ungestraft auch ohne eine faktische Grundlage allein aus Kalkül oder Bosheit aus dem Ärmel ziehen konnte". (Dabei wird dieser Vorwurf überhaupt nur in drei Prozent aller strittigen Umgangsrechts-Fälle erhoben.) Das Gewaltschutzgesetz? "Verfassungswidrig" und ein "menschenrechtswidriges Instrument zur bedingungslosen Unterstützung von Frauen". Auch die Väter, die Filmemacher Wolfsperger porträtiert,
stammen laut eigener Aussage "aus dem Umfeld von Franzjörg
Krieg und dem Väteraufbruch". Selbstverständlich hat
der Väteraufbruch "Der entsorgte Vater" als Aushängeschild
auf seiner Startseite gepostet, was nicht weiter überrascht. Verblüffend
ist hingegen, wie kritiklos die Medien die Mantras der entsorgten Väter
schlucken. "Meist sind es die Mütter, die den Vater vom Kinde
wegdrängen", repetiert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
und weiß: Diese "Gehirnwäsche" erfolgt "aus
purem Egoismus". Die Junge Freiheit fällt in die Väterklage
über die "herzlosen, egozentrischen Frauen" ein und selbst
Eltern übernimmt Franzjörg Kriegs Vokabular von der "Mutter
als Kinderbesitzerin".[mehr
lesen]
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Danke, EMMA, für die Ehre der Publizität. Wenn aber die taz und die
Frankfurter Rundschau
je drei volle Seiten beitragen und selbst Günter Jauch dem Film
eine ganze Sendung bei STERN-TV
widmet, muss EMMA wohl ihr Wissen beisteuern... Mir sind zunächst die Namensnennungen aufgefallen. Fast alle Väter
werden nur mit Vornamen genannt. OK. Douglas Wolfsperger als Regisseur
natürlich mit voller Namensnennung. Ebenfalls OK. Wohl nach dem
Prinzip „viel Feind, viel Ehr“ erhalte ich als Einziger
unter den Protagonisten den Vorzug, ebenfalls – wie z.B. Prof.
Gerhardt Amendt – mit vollem Namen genannt zu werden.
Dieser Vorzug wird der einzigen Protagonistin vorenthalten. Ihr Name wird gänzlich entfremdet. B.L., die Geigerin vom Karlsruher Staatstheater, war geradezu sendungsbewusst mitteilsam und erhielt deshalb breitesten Raum für ihre Selbstdarstellung. Ich bin wohl einer der sehr wenigen Menschen, die die volle Geschichte kennen, denn ich betreue seit Jahren den Vater ihres ersten Kindes. Interessant ist ebenfalls, dass B.L. sich vertraglich versichern ließ, dass Douglas Wolfsperger keinen Kontakt zum Vater ihres Kindes aufnehmen darf, was er auch sorgfältig einhielt. Alle männlichen Protagonisten erteilten Douglas aber die Erlaubnis, sowohl mit allen betroffenen Müttern als auch mit dem einzigen erwachsenen Kind Kontakt aufzunehmen. Diese alle verweigerten die Mitarbeit. So weit stimmt das durchgängige taktische Bild: Frauen wollen nur, wenn es keine Chance zur Relativierung gibt. |
Der „unvermeidliche Gerhardt Amendt, Soziologie-Professor an
der Universität Bremen, der seit Jahren kübelweise pseudowissenschaftlichen
Feministinnenhass ausschüttet“ hat sich doch tatsächlich
erkühnt, in der „Welt“
die Abschaffung der Frauenhäuser zu fordern und zu begründen.
Was Frau Louis in ihrer unwissenschaftlich doktrinären, selektiven
Sichtweise verschweigt, ist, dass über 50.000 Leser mit einer Quote
von über 60% dieser
Ansicht zustimmten. Bei einer politischen Wahlentscheidung würde
das als ein Erdrutsch bezeichnet werden. Eben diesen Erdrutsch haben
wir inzwischen im Bereich der familialen Intervention. Die herrschenden
und von Ministerien unter Einsatz von Millionen von Steuergeldern gebutterten
Frauen- und Mütterorganisationen spüren das, wollen es nicht
wahr haben und wehren sich wie Frau Louis das in ihrem Artikel vorstellt.
Ich sage auch gerne eine Kleinigkeit mehr zu meiner Feststellung, dass sich die Mutter meiner Kinder „selbst verwirklichen“ wollte. Ich hatte Douglas schon die ganze Geschichte erzählt, hatte ihm aber nicht erlaubt, diese im Film zu verwenden. Es war der nötige Schutz, den ich meinen Töchtern zukommen lassen musste und wollte – und natürlich deren Mutter. Auch nach einer gescheiterten Beziehung – und selbst, wenn sich die Mutter absolut daneben benommen haben sollte und nun wirklich keine Schonung verdient hätte – gehört für mich zur Solidarität nach dieser Beziehung, dass die Medien eben nicht bedient werden und dass der Respekt eine Grenze definiert – für mich. Und das muss wohl auch die EMMA respektieren. Nehmen Sie meinen Satz also einfach als ziemlich exakte Analyse ernst. Und wenn sie zu „verwirklichen“ noch gerne ein Adverb hätten: nehmen Sie doch einfach „hemmungslos“ und vielleicht auch „rücksichtslos“. Das passt ganz gut. Besser als die Motorsäge als Charakteristikum für ein mühsam konstruiertes Feindbild. Frauen definieren sich feministisch gegen Männer.
Emanzipierte Männer aber beziehen Frauen mit ein. |
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Hätte die Schreiberin nicht nur selektiv wahrgenommen, sondern
recherchiert, hätte sie feststellen können, dass ihre Äußerung,
auch mir sei „das Mysterium Frau unergründlich“ und
auch ich wolle alle Frauen „auf den Mond schießen“
eben nur Rhetorik ist. Das Interview mit mir in Arne Hoffmanns Buch
„Männerbeben“
trägt die Überschrift „Emanzipierte Frauen sind unsere
Partnerinnen und Verbündete“.
Eine Frau wie die von Ihnen zitierte Dr. Anita Heiliger, die lange Jahre bequem von Steuergeldern gelebt hat, gehört allerdings nicht zu meinen Favoritinnen. Sie hat keinen Funken Positives an sich und spuckt so viel Gift und Galle, dass ihr selbst die meisten Frauen nicht mehr zuhören wollen und sie erkühnt sich als Nicht-Mutter, zu definieren, wie in Deutschland Familie zu funktionieren hat. Frau Heiliger war auch beim Kongress der Frauenhäuser Anfang 2008
in Frankfurt. Dort fiel uns zum ersten Mal deutlich auf, dass wir so
sehr gefürchtet werden, dass frau uns maßlos überhöhte.
„Der VAfK mit seinem vielen Geld...“ durften wir vernehmen.
Ich arbeite seit acht Jahren im Rahmen des VAfK und gebe dafür
das aus, was ich als Lehrer verdiene. Ich bin nicht fett mit Steuergeldern
geölt wie jede noch so kleine Frauen-für-Frauen-Initiative.
Wenn wir dann so monströs bewertet werden, ist das Ausdruck der
Angst, mit der bestimmte Frauen uns begegnen. Gut. Vielleicht wollte arte das im März 2005 ausgestrahlte „In nomine patris“-Machwerk wieder dadurch wettmachen, dass sie den „Entsorgten Vater“ mit finanzierten? Der Artikel in der EMMA benutzt das demagogische Mittel der Selektion. Ich habe die Gegenprobe gemacht. Als ein Trennungsvater mit gutem Grund
gegen den neuen Partner der die eheliche Solidarität brechenden
Mutter den Vorwurf des Sexuellen Missbrauchs zu Lasten seines Sohnes
erhob, hat eine Amtsrichterin hier aus dem Raum Karlsruhe den Trennungsvater
nach § 164 II StGB in einem Strafbefehl dazu verdonnert, 1000 Euro
zahlen zu müssen. Ich habe der allgemein als vorbildlich bekannten
Richterin die Diskriminierung von Vätern nachgewiesen, was immerhin
so schlüssig war, dass sie den Strafbefehl zurück zog. Es
wundert nicht mehr, dass sie danach ans Bundesverfassungsgericht berufen
wurde. Ob es nun eine Lida Bach vom Weltexpress, eine Martina Knoben von der
SZ oder eine Chantal Louis von der EMMA ist, das Prinzip ist immer das
gleiche: Zuerst wird der ideologische Gegner ausgemacht. Dann gibt es
nur noch eine Konsequenz: Was kann ich an feministischer Rhetorik bemühen,
um aus ein paar Fetzen Sprache und den wenigen Bildern, die ich als
Ausgangsmaterial habe, eine Person möglichst pauschal auf der menschlichen
Ebene demontieren zu können. Und mit wie viel weiblicher Logik
kann ich – feministisch stromlinienförmig ausformuliert –
eine Sache prinzipiell niederschwatzen. Bei den Anlässen quer durch die BRD, in denen ich die Gelegenheit habe, mit dem Kinopublikum im Anschluss an entsprechend beworbene Aufführungen des Filmes zu diskutieren, kommen ganz andere Realitäten zum Vorschein. Die Emma-Welt spielt da keine Rolle. Es ist eher klar, dass das kämpferische feministische Konzept zum Randphänomen wird und eine sich trotzig zu Wort meldende Mitarbeiterin irgend einer Frauen-für-Frauen-Steuergeldabschöpferinnenvereinigung isoliert sich entweder schnell selbst oder beginnt endlich wirklich, sich offen auf der sachlichen Problemebene zu bewegen. Die Frauen selbst sind es, die massenweise mit dem ideologischen Feind nicht mehr den Geschlechterkrieg in den Betten führen wollen. Ganz unfeministisch leben und lieben sie Lebensfreude mit dem angeblichen Klassenfeind und wissen längst, dass die Probleme gemeinsame sind und auch nur gemeinsam gelöst werden können. Das Problem der EMMA ist, dass sie sich gegen den Erfolg der Emanzipationsbewegung
der Männer pauschal wehrt. Es würde doch genügen, wenn Sie protestieren, falls ich fordern
sollte, dass in Zukunft die Kinder nach Trennung und Scheidung im Gegenzug
zu heute zu 90% den Vätern zugesprochen werden. Warum? Weil Mädchen
die Gewinnerinnen unseres Schulsystems sind und deshalb die besten Voraussetzungen
mitbringen, in Zukunft die besseren und effektiveren Unterhaltsverpflichteten
zu sein. Die „Randgruppe“ der „hoch betroffenen“ Trennungsväter
ist inzwischen verdammt hoch. Ich schätze sie realistisch auf über
zwei Millionen mit ebenso vielen – meist ebenfalls hoch belasteten
– Kindern. In der Schule sitzen diese täglich vor mir. Wenn
der Artikel schon am Schluss die Kinder bemüht, möchte ich
ebenfalls bescheiden darauf hinweisen.
Die immer wieder in Talkrunden von feministischen Akademikerinnen deklarierten „Einzelfälle“ sind inzwischen ein Massenphänomen. Und Sie, EMMA, könnten sich seriös damit auseinander setzen. Wenn das so geschieht, wie im Artikel gezeigt, wird die Realität jede doktrinäre ideologische Sichtweise ab absurdum führen. |
Pan-Optikum"Kluge Frauen haben es schwerer, je länger es Alice Schwarzer gibt. Männer haben es leichter, offenbart sie doch was wahre Gesicht des Feminismus" Wie tut es (im ersten Moment!) gut, aus dem Mund der der linken Feministin Ines Fritz diese wahren Worte zu lesen: "Alice Schwarzer vertrat und vertritt nur eine kleine Randgruppe, die zudem zum Großteil der Frauen im ideologischen Widerspruch lebt: Sie verkündet die Ideale der Lesben und füttert diese mit populistischen Ideologiebausteinen." Frau Fritz erklärt auch, Alice Schwarzer wäre "...eigentlich keine Feministin, sie betreibt kleinbürgerlichen, latent neoliberalen Lesbianismus, der auch in feministischen Kreisen als populistisch kritisiert wird." Und sie gibt auch vor, die Reaktion
der Männer zu verstehen: "Alice Schwarzer verursacht unter
den Männern Hysterie – zu Recht – und Kritik unter
den Frauen – auch zu Recht –; aber die Hysterie der Männer
bewirkt, daß die notwendige Kritik vieler Frauen am Schwarzerismus
nicht publik wird. Alice Schwarzer hat dafür gesorgt, daß
»Feministin « ein Schimpfwort geworden ist. Seitdem sie
ihre kleinbürgerlichen Negationen als feministisch verkauft,
ist der Eindruck entstanden, eine solche Haltung vereine die Frauen
und zwar gegen die Männer."
[mehr]
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Und um die schwarz-weiße Emma-Welt etwas ins Wanken zu bringen,
genügt ein Blick in die Seiten von amazon.de: Meinen Verriss des
von Ihnen zitierten Buches von Anita Heiliger bewertete die Geigerin
aus dem Film mit: „Dieser
Rezension ist nichts hinzuzufügen. Ich kann mich den Ausführungen
von Herrn Krieg nur voll und ganz anschließen.“
Und seien Sie versichert, hätte B.L. ein einziges Mal den Mut gehabt, zu einer Aufführung zu kommen, ich hätte mich demonstrativ neben Sie gestellt und wäre Garant einer fairen und respektvollen Auseinandersetzung gewesen. Und noch eine Verunsicherung der klar in Freundinnen und Feinde geordneten
Emma-Welt: Aber vielleicht sparen wir uns einfach in Zukunft den sicher auch vergnüglichen
Schlagabtausch und gehen gemeinsam an die Arbeit.
Ich stehe zur Verfügung, meine Damen. |
Rückmeldungen
zur Antwort von Franzjörg: |
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gefällt mir rundum sehr gut, Ihre Antwort an Frau Louis! ...Was Ihnen Anfang 2008 in Frankfurt aufgefallen ist, wurde mir erst jetzt deutlich - als ich den EMMA-Artikel las: Die Väterbewegung erzielt mittlerweile entscheidenden Einfluss. An der Furcht der Fr. Louis lässt sich die familienpolitische Kehrtwende eindrucksvoll ablesen. Gerade weil Louis ja keineswegs auf das Wüstete polemisiert, sondern eine journalistisch durchaus coole Interessenvertretung der Feministinnen formuliert, ist ihre Aufgeregtheit erfreulich. Noch vor wenigen Tagen haben die NRW-Grünen öffentlich erklärt, Frauen könnten sich von Alice Schwarzer nicht mehr vertreten sehen. Dazu passen Ihre Zahlen im vorletzten Absatz ebenso wie die 60 % der WELT-LeserInnen... Beste Grüße
(der Name ist uns bekannt) Diplompsychologe |
Auszug aus einer E-Mail v. 25.08.09 NRW-Grüne attackieren Schwarzer ...Die Herausgeberin der Emma ist
nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Grünen kein Sprachrohr
der Frauenbewegung mehr...Unbestritten sei Schwarzer die Galionsfigur
der Frauenbewegung gewesen und habe sich als solche in der Vergangenheit
verdient gemacht. Doch inzwischen habe sie sich von der Lebensrealität
der Frauen entfernt und "es sich im Vorhof der Macht sehr bequem
gemacht", sagte die Grünen-Chefin. "Vielleicht hat
sie auch den Zeitpunkt für einen Abgang aus der Emma-Redaktion
verpasst."...
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Franzjörg Krieg
Am Ende meiner neuesten Forschungstour ins größte Rückzugsgebiet anatolischer Nomaden habe ich mir den Übergang in den alltäglichen Berufs- und Ehrenamtsstress beim obligatorischen Abschlusstag am Hotelpool mit einer zweiten Entgegnung auf den anregenden Aufsatz in der (noch) aktuellen EMMA garniert.
Entschuldigung..., wie uns die Ausführungen von Frau Louis lehren, ist ein Aufsatz eines Mannes (Matthias Matussek), der sich kritisch mit bestimmten Verhaltenseigenschaften von zu vielen Frauen beschäftigt, ein „Pamphlet“ und ein solcher Aufsatz einer Frau (Dr. Karin Jäckel) immer noch ein „Werk“. OK – wenn aber meine Antwort auf Frau Louis per se ein Pamphlet sein muss – nur weil ich ein Mann bin, dann darf die verbale Materialisierung feministisch sexistischer Sichtweise sicher auch ein Pamphlet sein – auch wenn Chantal Louis eine Frau ist. Soviel Geschlechterdemokratie beanspruche ich einfach - ganz unfeministisch. Sprache enttarnt, wie wir auch weiter sehen werden. Wer allzu unbekümmert drauflos plappert, dem purzelt die verräterische Semantik aus allen Schwachstellen in den Nähten. Was ist der Unterschied zwischen Vätern und Müttern – laut EMMA? Väter sind ent-sorgt und Mütter sind be-sorgt. Ist dieser Zusammenhang prinzipieller oder kausaler Natur? Aus dem Kontext ergibt sich nach dreieinhalb Seiten Text nur, dass zumindest die EMMA besorgt ist über den Erfolg, den entsorgte Väter inzwischen haben. Und wer ist EMMA? Frau Schwarzer, Frau Louis, Frau Heiliger? Sicher ist wohl, dass die meisten keine Mütter sind. Und noch ein wesentliches Charakteristikum, zumindest für Mütter und für die Situation von Vätern ent-deckt die EMMA in der Subline: Mütter sind empört über Umgang, genauer, über die Stärkung des Umgangsrechtes. Damit sind die prinzipiellen Fronten klar: Über die zitierte Edith Schwab wird geschrieben, dass sie Rechtsanwältin und VAMV-Vorsitzende ist. Dazu gibt es wohl noch einiges Erhellende mehr zu sagen. Zunächst ist sie Fachanwältin für Familienrecht und als solche wie einige andere Kolleginnen gesellschaftspolitisch aktiv. Es gibt kaum eine Partei, die nicht „ihre“ Fachanwältinnen für Familienrecht im Bundestag und auch in den entsprechenden Fachausschüssen wie „Recht“ und „Familie“ hätte. Interessant ist, was diese prominenten Fachanwältinnen in den jeweiligen Einzelfällen in Schriftsätzen an die Gerichte texten. „Umgangsaussetzung zum Wohle des Kindes“ bei einem völlig unauffälligen Vater ist für solche parteiischen Repräsentantinnen unseres Rechtsstaates auch diametral gegen jeden Tenor familialer Gesetzgebung nur eine der gelieferten Waffenarsenale in ein hochbrisantes Krisengebiet.
Wenn im Artikel so getan wird, als würden allein entsorgte Väter in ihrer patriarchalen Gekränktheit das Gewaltschutzgesetz als verfassungswidrig bezeichnen, so kann auch eine feministische Schreiberin – sollte sie sorgfältig recherchieren – im Protokoll zur Anhörung vor den Bundestagsausschüssen zum Gewaltschutzgesetz vom 20.06.2001 nachlesen, dass verschiedene Sachverständige folgende Feststellungen getroffen haben: Das geplante Gewaltschutzgesetz sei „rechtssystematisch sicherlich sehr gewagt“, eine „Erstschlagwaffe“, „verfassungsrechtlich äußerst bedenklich“ und „durch und durch gekennzeichnet von destruktiven Lösungen“. Es bestände die „Gefahr des Missbrauchs mit dem Gewaltschutzgesetz“ und es sei „eine Einladung zur gefälligen missbräuchlichen Verwendung.“ Wen wundert, dass es genau das ist, was schon vorher für Sachverständige klar war? Und ich wage festzustellen, dass das Gewaltschutzgesetz nicht TROTZDEM eingeführt wurde, sondern gerade WEIL es eben generell diese Möglichkeiten der grundgesetz- und menschenrechtswidrigen Mechanismen gegen Männer und Väter bietet. Und leider waren und sind die Machtkonstellationen in unserer Gesellschaft immer noch so, dass eine solche feministische Anpassung, die eher totalitären Strukturen entspricht, möglich war. Männer und Väter beschweren sich inzwischen längst nicht nur über das jeweils isolierte Unrecht gegen sich, sondern haben die gesellschaftspolitischen Dimensionen dieser offenbarenden Schande eines demokratischen Rechtsstaates erkannt. Meine Arbeit entbehrt jeder andiktierten „Larmoyanz“. Mein Tenor ist auch nicht „klagend“. Ich gehe gegen Unrechtsstrukturen in der familialen Rechtspraxis vor und kritisiere Charakteristika einer feministisch überformten Gesellschaft, deren Protagonistinnen in ideologisch prädisponierter Manier aus Bereichen eines Rechtsstaates inzwischen eine Bananenrepublik de-generierten.
Wie ich von Frau Louis in einen Topf mit wem auch immer geworfen werde, wie sie mir Eigenschaften und Verhaltensweisen andichtet, habe ich schon im ersten Teil meiner Entgegnung erläutert.
Warum definiert Frau Louis die Motorsäge zu meinem „Lieblingsspielzeug?“ Die Tatsache, dass Douglas seine Protagonisten in ihrem außerberuflichen Umfeld portraitierte und ich zur Zeit der Filmaufnahmen im Rahmen von Arbeiten für mein Wagnerei-Museum Bäume zu fällen hatte, reicht faktisch nicht für eine solche Mutmaßung, die kühn zur Feststellung erhoben wird. Vielleicht ist Frau Louis’ Lieblingsspielzeug der ergonomisch raffiniert geformte Deo-Stick und ich könnte als Assoziation einen Privatkanal nennen. Aber ich werde mich jeder herbeigezerrten Mutmaßung enthalten und mich davor bewahren, diese auch noch zum Tatsachenreport erheben zu wollen.
Im Artikel wird mir als Bildzusatz das Zitat angedichtet: „Missbrauch ist eine Trumpfkarte, die Mütter aus Bosheit aus der Tasche ziehen.“ Und jeder relativierende Zusatz, wie z.B. ein „können“ am Satzende wird ausgeblendet. Das gehört zum demagogischen sprachlichen Arsenal, mit dem EMMA arbeitet.
Die Recherche zum Artikel ergab, dass ich den Väteraufbruch Karlsruhe 2003 gegründet hätte. Auf unserer Homepage steht an vielen Stellen, dass die Gründung im Oktober 2001 erfolgte. Schlamperei? Auf jeden Fall einer der vielen Mosaiksteine in einer wenig sorgfältigen gesellschaftspolitischen Äußerung. Und dann heißen wir nicht „Väteraufbruch“, sondern „Väteraufbruch FÜR KINDER“, ein Suffix, das gerade von doktrinären Frauen- und Mütterverbänden konsequent übersehen wird. Aber gerade solche selektiven Wahrnehmungen enttarnen.
Für die EMMA ist die Väterbewegung eine „sogenannte“. Das war die Frauenbewegung auch einmal – als sie noch nicht mehrheitlich von den Steuergeldern der Männer lebte. Wenn frau sich an Alimentation – von wem auch immer – gewöhnt hat, werden viele ignorant und vergessen leicht die eigenen Wurzeln.
Zahlenspiele sind ein Steckenpferd der Frauenförderbewegten. „Jeder dritte Vater zahlt laut Bundesfamilienministerium (gemeint ist das für alle außer Männer) keinen Unterhalt“. Ich erinnere mich an eine Aussage von Lore Maria Peschel-Gutzeit in der Maischberger-Sendung vom 06.12.2005: „Neun von zehn Männern zahlen nicht“. Trotz dieser klaren Zahlen hält sich die Mär vom unterhaltsverweigernden Vater hartnäckig und EMMA schürt dabei kräftig mit. Welcher Aussage von Politikerinnen und dem BMaaM darf nun der dies alles finanzierende Steuerzahler glauben?
Wenn so leichtfertig mit Zahlen jongliert wird, allein, um feministische Ideologie zu untermauern, sollten wir alle diesen zu leicht zu durchschauenden Unsinn endlich ignorieren und vor allem: nicht mehr finanzieren. Wenn es ein unleugbares Faktum ist, dass Männer im Schnitt etwa 6-7 Jahre früher sterben als Frauen, warum gibt es dann allein einen Frauengesundheitsbericht und Maßnahmen wie z.B. flächendeckende Mammographien und warum gibt es noch nicht einmal den Ansatz seriöser Forschung auf Männerseite zu diesem gesamtgesellschaftlichen Problem? Warum prophezeihen Feministinnen mit populistischen und pseudowissenschaftlichen Erklärungen die Ergebnisse von Untersuchungen, die mit System verhindert werden? Sollen Frauen uns Männer mindestens 10 Jahre überleben, weil unser erwirtschaftetes Geld dann auch besser ausgegeben werden könnte? Warum gibt es zwar einen umfassenden Bericht zur Gewalt gegen Frauen, aus dem immer wieder abenteuerliche Zahlen verallgemeinert werden, aber keinen solchen zur Gewalt gegen Männer? Vielleicht weil eine Pilotstudie erbrachte, dass auch jeder vierte Mann schon einmal Gewalt durch seine Partnerin erfahren hat? Der Steuerzahler hat schon längst erkannt, was über das BMaaM mit unseren Steuergeldern an unwissenschaftlichem Unfug und ideologisch totalistischer Steuerung getrieben wird. Es ist ein Baustein der allgemeinen Verdrossenheit Politik und PolitikerInnen gegenüber.
„Dass der Umgang mit seiner Tochter nur bis auf weiteres und keinesfalls ‚endgültig’ ausgesetzt ist, wird der Regisseur bei der Premiere auf eine kritische Nachfrage hin zugeben müssen.“
Frau Louis bemüht viele Klischees der Mütterlobby: Z.B. das von den Kindern, die verstört vom Umgang („Freigang“) beim Vater zur Mutter zurück kehren. Meine Fallsammlung mit rund 1500 Fällen von entsorgten Vätern, der umfangreichsten zum Thema, zeigt anschaulich, wie das funktioniert. In unzähligen Fällen erleben wir, dass Väter bei der Abholung des Kindes bei der Mutter ein Kind erleben, das im Blickfeld der Mutter diese durch Verweigerung oder Zögerlichkeit bedient, sich an diese klammert oder einfach nur sprachlos ist. Kaum um die nächste Straßenecke, wird dieses selbe Kind schlagartig gesprächig und munter und genießt die Zeit mit dem Vater, um bei der Rückgabe wieder auf einen Schlag die Kinderbesitzerin zu bedienen. Ein Jugendamtsachbearbeiter ließ sich einmal auf das Experiment ein, meine Tochter im Abstand von nur zwei Tagen zuerst bei mir in meiner Wohnung und in meinem Beisein zu hören und danach bei der Mutter: Er hatte offenbar zwei völlig verschiedene Kinder mit verschiedenen Haltungen vor sich.
Die Mütterlobby stülpt diesem inzwischen breit in der Gesellschaft wirkenden Faktum die Mär vom immer übergriffigen und gewalttätigen Vater und der immer guten Mutter über. Damit wird ausgrenzendes Kinderbesitzerinnenverhalten zum legitimen Recht jeder Mutter und jeder Anspruch eines Vaters auf schlichte Beachtung seiner grundlegenden Menschenrechte als Vater wird zur Anmaßung eines Kriminellen. Wir sind erst dabei, langsam zu begreifen, mit welchen Hypotheken wir damit unsere Kinder und deren Zukunft belasten und welchen unglaublichen volkswirtschaftlichen Schaden wir aus kritikloser Bedienung von feministischen Partikularinteressen anrichten.
Wolfsperger verkürzt die durch die Rolle der im Film mitwirkenden Mutter geäußerte Beurteilung des Vaters?
Hat Frau Louis den Film überhaupt gesehen? Ein Kind des Polizeibeamten sah nun wirklich nicht wie ein Mädchen aus. Wenn Frau Louis trotzdem von zwei Töchtern spricht, reiht sich dies ein in die lange Reihe von Fehlleistungen, die dem Artikel bei genauer Betrachtung den Wert beimessen, der ihm gebührt. Dass sich das Standard-Dilemma mit dem Konditional-dass und dem Relativ-das auch in den Artikel eingeschlichen hat, ist bei aller Sorgfalt, mit der eine Zeitschrift dieses Anspruchs und dieses Preises gemacht werden sollte, nur ein weiteres Indiz. Und wenn wir die EMMA weiter an diesem Standard messen, ist fraglich, wie lange noch jemand am Kiosk die sieben Euro dafür ausgeben wird.
Und wieder fordere ich am Schluss dazu auf, mit dem zwar vergnüglichen, aber unproduktiven Abtausch von Schlägen ein Ende zu machen. Dieses Ende findet seinen Sinn aber nicht in einem einfachen STOP. Es gibt große gesellschaftspolitische Herausforderungen, die wir nur zusammen angehen können, Frauen und Männer (in dieser Reihenfolge, wenn auch z.B. die EMMA die Höflichkeit zeigen könnte, Männer zuerst zu nennen..). Side, 10.09.2009
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Eine weitere Entgegnung zum Pamphlet von Chantal Louis in der EMMA 2009-5
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